Scheibenschützen beschließen Ausschluss von Jens Hartmann

Scheibenschützen beschließen Ausschluss von Jens Hartmann

Neuss. Die Offiziellen schweigen, denn der Vorgang ist für die Gesellschaft der Scheibenschützen mehr als unangenehm: Auf Antrag von nicht weniger als 24 Schützen hat die älteste Vereinigung im Neusser Schützenwesen am Dienstagabend in einer Sondersitzung den Ausschluss des ehemaligen CDU-Stadtverordneten Jens Hartmann beschlossen.

Dem Unternehmer wird ungebührliches und beleidigendes Verhalten vorgeworfen. Ein Vorwurf, den dieser nicht kommentieren will.

Hartmann ist Teil der Neusser Gesellschaft und wird in einigen Kreisen als möglicher Bürgermeisterkandidat der CDU gehandelt. Solchen Spekulationen hat er gestern erneut die Spitze zu nehmen versucht: Er strebe kein hauptberufliches politisches Amt an. In der Mittelstandsvereinigung auf Kreisebene ist er seit Jahren in Vorstandsverantwortung und stieg im November in die Führungsmannschaft der CDU-Organisation auf Landesebene auf. Engagiert ist er auch in der IHK und in der Vereinigung der Heimatfreunde Neuss. Als deren zweiter Vorsitzender war er einer der Starthelfer für die geglückte Neuauflage des „Nüsser Ovend“.

In der Gesellschaft der Scheibenschützen fiel er jedoch nicht als Aktivposten auf, sondern durch sein Verhalten. „Viele fühlten sich von ihm beleidigt“, sagt Dieter Krüll. Die Gründe dafür legten sie auch in schriftlichen Stellungnahmen an den Vorstand dar. Der Ehrenmajor der Gesellschaft hatte noch zu vermitteln versucht, gab aber am Ende auch den Antragstellern recht. „Es ging nicht anders“, sagt Krüll, der in den 57 Jahren Vereinzugehörigkeit nichts Vergleichbares erlebt hat.

Das Votum der Mitglieder — von etwa 300 waren 90 erschienen — war eindeutig: 73 votierten für den Ausschluss. Das Votum der Schützen wird nun auch andere Vereine wie die Heimatfreunde beschäftigen. Christoph Napp-Saarbourg als Vorsitzender zeigt sich irritiert, dass Hartmann seine Vorstandskollegen nicht früher über diese Vorgänge informiert hat. Er wünscht, dass sich Hartmann gegenüber dem Vorstand bei nächster Gelegenheit dazu erklärt.