SC Kapellen verspielt 3:0-Führung

SC Kapellen verspielt 3:0-Führung

Kapellen/Meerbusch. Die an verrückten Spielen pralle Vereinshistorie des SC Kapellen ist um eine Episode reicher. Der Fußball-Oberligist kam am ersten Spieltag gegen TuRU Düsseldorf in einer turbulenten Partie zu einem 4:4 (3:1).

Der TSV Meerbusch verpasste indes einen Sieg beim TV Kalkum-Wittlaer. Das Team kassierte den Ausgleich zum 2:2 (0:1) in der Nachspielzeit.

Für diejenigen unter den 306 Zuschauern, die in Kapellen während der 90 Minuten womöglich den Überblick verloren haben, das Match im Zeitraffer: Der SCK geht zwischen der 15. und 21. Minute mit 3:0 in Führung, liegt aber eine Viertelstunde vor Schluss mit 3:4 zurück und kommt dann im Gegenzug zum 4:4-Ausgleich.

Kein Wunder, dass Kapellens Trainer Frank Mitschkowski gar nicht so recht wusste, wie er das Match einordnen sollte. „Das war kein Spiel für Trainer“, fing er schmunzelnd an, um dann ernsthaft nachzuschieben: „Wenn du 3:0 vorne liegst, kannst du mit einem Punkt natürlich nicht zufrieden sein. Dass wir nach dem 3:4, als du als Mannschaft eigentlich tot bist, noch mal zurückkommen, zeigt mir jedoch, wie gut die Stimmung in der Truppe ist. Und damit bin ich sehr zufrieden.“

Der SCK überrumpelte zunächst seinen Gegner. In der 15. Minute wuchtete Ede Ungefug eine Flanke von Keisuke Ota mit dem Kopf ins Tor, nur etwas mehr als 120 Sekunden später landete Otas abgefälschter Schuss zum 2:0 im Tor, und in der 21. Minute verwertete der Japaner einen Freistoß von Robert Wilschrey per Kopf zum 3:0.

Doch kurz danach übernahmen die Gäste die Spielkontrolle. Saban Feratis 1:3 (30.) gab ihnen wieder Hoffnung. Kapellen fand nach dem Seitenwechsel nicht mehr zu einem planvollen Angriffsspiel zurück — und schien einer Niederlage entgegenzustreben: Samuel-Marian Limbasan (50.), Ferati (70.) und Patrick Dertwinkel (75.) drehten die Partie zugunsten der Düsseldorfer. Doch Kapellen schlug sofort zurück: Benny Schütz erzielte per Kopf den verdienten Ausgleich.

Mit einer herben Enttäuschung endete dagegen für den TSV Meerbusch die Partie bei Oberliga-Neuling Kalkum-Wittlaer. Dessen Torwart Kai Gröger verwandelte mit der letzten Aktion der Partie in der Nachspielzeit einen Foulelfmeter zum 2:2-Endstand. „Wir haben uns in den letzten zwei Minuten zu ungeschickt angestellt und uns nicht befreien können“, beklagte Trainer Robert Palikuca.

Dazu kam nach seiner Ansicht eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters. „Robin Kreis wurde übel zu Boden gerissen. Statt Freistoß für uns gab es Foulelfmeter und eine Rote Karte gegen unseren Verteidiger.“

Nicht einverstanden war Palikuca mit dem Abgang seiner Akteure, die sich nach der turbulenten Schlussphase von den Besuchern provozieren ließen. „Da muss man ruhig bleiben und wortlos weitergehen“, sagte der Coach. Stattdessen hätten sie sich auf Wortgefechte eingelassen und seien mit Regenschirmen attackiert worden.

Der TSV zeigte von Beginn an eine starke Partie und war das spielbestimmende Team. Einziges Manko war die Chancenverwertung. So gingen die Gastgeber mit ihrer ersten Chance durch Christian Schuh (12.) in Front. Die Gäste reagierten gelassen, drückten weiter und belohnten sich: Florian Witte (47.) glich aus, Stefan Galster (88.) brachte den TSV kurz vor Schluss mit seinem Kopfballtor sogar vermeintlich auf die Siegerstraße. Bis zur Nachspielzeit.