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Rudergesellschaft Bayer blickt auf 90 Jahre Vereinsleben zurück

Rudergesellschaft Bayer blickt auf 90 Jahre Vereinsleben zurück

Die Dormagener Ruderer tauften bei der Jubiläumsfeier am Samstag an der Piwipp unter anderem neue Boote. Es kamen jede Menge Gäste.

Dormagen. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Vize-Bürgermeister Michael Dries schauten vorbei, Michael Stoffels vom Nachbarverein aus Neuss ebenfalls: Mit Freunden und Ehrengästen feierte die Dormagener Rudergesellschaft Bayer (DRG) am Samstag ihr 90-jähriges Bestehen auf dem Vereinsgelände an der Piwipp. Gelegenheit auch, auf die Historie des Vereins zurück zu blicken, die 1928 begann — in einem schwimmenden Bootshaus im Worringer Hafen. Schüler und Studenten hatten den Verein gegründet.

Die Firma Bayer stiftete die ersten beiden Boote, zwei weitere stellte der weitaus größere Ruderverein Leverkusen. Vier Jahre später wurde das Bootshaus aufs Land verlegt. 1943 musste der Ruderbetrieb wegen der Bombardierung des Rheins eingestellt werden. Nach der Einnahme Dormagens durch die Amerikaner (1945) wurde das Bootshaus auseinander gebaut. Da es nun keine Rudermöglichkeit mehr in Dormagen gab, durfte der Verein einmal in der Woche in Leverkusen rudern. Auf einem Grundstück an der Piwipp wurde ab 1948 ein hochwassersicheres Holzhaus gebaut. 1950 konnte der Ruderbetrieb dort wieder aufgenommen werden. Auch die 1945 verschwundenen Boote tauchten bis auf eines wieder auf.

Seit dem 27. November 1952 ist die DRG ein selbstständiger Verein mit eigener Flagge. 1954 trat sie dem nordrhein-westfälischen Regattaverband bei. Ab 1956 beteiligte sich die Rennmannschaft immer häufiger an internationalen Regatten. Gerade in den 1960er Jahren wurden viele Siege für Dormagen errudert.

Seit 2014 ist Ulrich Milbacher Vorsitzender des Vereins. Unter seiner Führung wurden in diesem Jahr aufwendige Renovierungen erledigt. „Eigentlich hätte die Renovierung 50 000 Euro kosten sollen, aber am Ende hatten wir nur die Materialkosten“, erzählt der ehemalige Vorsitzende der DRG, Walter Leidinger. „Zu verdanken haben wir das unter anderem der Bauleiterin Martina Strohbücker-Geller.“ Die Vereinsmitglieder legten selbst Hand an und renovierten in Eigenarbeit unter Leitung der Bauleiterin die Bootshalle. „Das Holz war morsch, das haben wir ausgetauscht, wir haben neue Fenster eingebaut und die Außenfassade gestrichen“, berichtet Leidinger. „Es ist toll, wie die Zusammenarbeit als Team geklappt hat.“

Mittlerweile zählt die Rudergesellschaft etwa 100 Mitglieder. „Leider haben wir nicht so viele Junge im Verein“, so Milbacher. Die Jugendmannschaft hat an die 15 Mitglieder und wird von Jugendwart Florian Groß betreut.Der Verein organisiert für die Jugendlichen einmal im Jahr eine Wanderfahrt. „Zudem bieten wir in den Sommerferien immer eine Woche an, in der wir Rudern und Spielen verbinden.“