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Roter Mantel, dicker Bauch: Bekanntschaft mit Nikolaus

Roter Mantel, dicker Bauch: Bekanntschaft mit Nikolaus

Im Zeughaus begeisterten sich Jungen und Mädchen vor allem für das Weckmann-Bemalen.

Neuss. Schon zu Beginn drängen die Kinder. Das Foyer im Zeughaus ist mit kleinen (nicht gefüllten) Päckchen und Nikoläusen dekoriert, da kann es schon mal ein Missverständnis geben und ein kleiner Gast nimmt freudig ein rotes Päckchen mit. Nichts drin? Egal.

Drinnen im Saal geht es wirklich los. Es duftet nach Hefegebäck, und ein Weckmann nach dem anderen wird vom Team von Neuss Marketing an die Kinder ausgegeben, 300 Stück sind im Vorrat. Weckmänner malen, verzieren, essen, das ist ein großes Vergnügen für die Kinder, da können die anderen Angebote nicht mithalten. Vom Nikolaus erzählen lässt sich dabei auch.

Im Kindergarten St. Pius hat Sofia, gerade sechs geworden, eine Geschichte von dem heiligen Mann gehört. Da gab es Kinder, die hatten Bauchweh vor Hunger. „Und dann kam der Nikolaus vorbeispaziert und hat einen Beutel mit Gold durch den Schornstein geworfen.“ Die Kinder finden ihn und kaufen sich etwas zu essen; „das war doch gut.“ Die kleine Schwester Lena (3) kennt vom Nikolaus vor allem: „Roter Mantel. Bart. Dicker Bauch.“

Maya (3) weiß, dass sich der Nikolaus stets versteckt. Er hat ihr jedenfalls etwas in die Schuhe gesteckt. Wichtiger aber ist, dass auch sie etwas für ihn hatte: Äpfel für sein Pferd, Pferdeäpfel eben.

Dicht an dicht stehen und sitzen die Kinder, vorzugsweise werden die Farben rosa und grün zur Weckmann-Verschönerung genutzt. Lukas (7) weiß, Nikolaus war ein Bischof. Das hat er in der Schule gelernt. Wann das war, bleibt unklar. Aber: Auch für ihn steht fest, dass der Bischof etwas durch den Schornstein geworfen hat. Nicht Gold, sondern Geld, nicht für Lebensmittel, sondern „damit die beiden Töchter heiraten können“.

Die Kinder haben an diesem Nachmittag im Zeughaus einen Riesenspaß. Getrübt wird der bei Sofia für einen kurzen Moment. „Im Kindergarten haben alle gesagt, der Nikolaus ist tot.“ Sie wird aber gleich von einer Nachbarin getröstet: „Dafür kommt er doch verkleidet.“