Rod Mason in Neuss gestorben

Rod Mason in Neuss gestorben

Der Jazztrompeter, der in England geboren wurde und seit 1983 in Kaarst lebte, starb im Alter von 76 Jahren.

Kaarst Wenige Wochen ist es erst her, dass Rod Mason in Kaarst noch zu hören war. Bei den Sternstunden und auch auf dem Bischofshof in Holzbüttgen hat er für „beswingte“ Stimmung gesorgt. Mit seiner Trompete, die er so spielte, dass er fast als legitimer Nachfolger des legendären Louis Armstrong gehandelt wurde. Nun ist Rod Mason im Alter von 76 Jahren in einem Neusser Krankenhaus gestorben.

Foto: Mason

Wer weiß, was aus dem kleinen Jungen im englischen Plymouth geworden wäre, wenn der Vater nicht so viele Schellack-Platten zu Hause gehabt hätte. Und wenn er nicht selbst ein Jazz-Liebhaber und Schlagzeuger mit eigener Band gewesen wäre. So aber wuchs Rod Mason in einer musikliebenden Familie auf, lernte zunächst Klavier und Geige, bis er in einem Schrank in der Schule eine alte Posaune entdeckte und ausprobierte. Kleine Auftritte in der Kirche, später der Einstieg als Trompeter in die Band des Vaters, die Begeisterung für die Musik von Louis Armstrong, die er zum ersten Mal als Vierjähriger auf dem Grammophon gehört hat und schließlich der Konzertbesuch als 17-Jähriger — all das führte dazu, dass Rod Mason erstens dem Jazz verfiel und zweitens ganz besonders den im New-Orleans-Stil pflegte.

London und Birmingham waren weitere Stationen des jungen Musikers, der sich von der Band seines Vaters löste und eigene Formationen gründete. Dass er dabei immer wieder auf berühmte Kollegen stieß, blieb kaum aus. Vier Jahre spielte er mit Monty Sunshine zusammen, nachdem sich dieser von Chris Barber getrennt hatte. 1964 gründete er die „Rod Mason Jazz Band“, die sich wieder auflöste, als Mason das Angebot von Mr. Acker Bilk bekam. Vier Jahre blieb er bei ihm. 1983 dann der Einschnitt: Mason verließ England, kam nach Deutschland, lernte seine Frau Ingrid kennen, die auch seine Managerin war und mit der er in Kaarst lebte.

Mit seinen „Hot Five“, die er 1985 gründete, war der Trompeter immer wieder im ganzen Rhein-Kreis zu Gast. In seinem Haus wurde geprobt, und die Nachbarn mochten es, wie er mal lachend sagte. Im November 2016 hatte er sich mit einem letzten Konzert in Duisburg offiziell von der Bühne verabschiedet. Dem Jazz galt sein ganzes Leben, ganz besonders liebte er die Musik Louis Armstrongs, der für ihn ein perfekter Trompeter war. Nicht umsonst hat er seine eigene Band nach Armstrongs legendärer Truppe genannt.