Sascha Karbowiak nimmt Hans-Jürgen Petrauschke (CDU) ins Visier SPD Neuss nennt Landrat ein „Sicherheitsrisiko für die Gesundheitsversorgung“

Neuss · Neusser SPD macht Druck im Streit um Restrukturierung des Rheinland Klinikums.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und die CDU im Kreistag als Bremsklotz für die Entwicklung des Rheinland Klinikums? So ist es nicht, diese Botschaft wollte Sven Ladeck, CDU-Fraktionschef im Kreistag, senden, als er am Donnerstag unter anderem mehr Aktivität der Geschäftsführung des Klinikums forderte. Die SPD in Neuss nimmt ihm dies allerdings so nicht ab: Sascha Karbowiak, SPD-Fraktionschef im Neusser Stadtrat, bezeichnet den Landrat am Montag als „Sicherheitsrisiko für die Gesundheitsversorgung im Rhein-Kreis Neuss“. Die Führungskräfte des Klinikums leisteten unter schwierigen Rahmenbedingungen eine „tolle Arbeit“ für eine gute Gesundheitsversorgung im Kreis. Dies jedoch werde von Petrauschke, so Karbowiak, bewusst „blockiert und torpediert“.

Der SPD-Fraktionschef mahnt erneut die Umsetzung eines Beschlusses des Klinik-Aufsichtsrates an, nachdem das Elisabethkrankenhaus in Grevenbroich in einen ambulanten Gesundheitscampus umgewandelt werden soll. Nur so sei das Rheinland Klinikum das mit einem zweistelligen Millionendefizit kämpfe, auf Dauer wirtschaftlich zu stabilisieren. Das hätten auch Gutachter bestätigt.

Genau in diesem Punkt hatte der CDU-Fraktionschef im Kreistag deutlich widersprochen: Der Ansatz, dass mit einer Schließung des stationären Betriebes in Grevenbroich alles gut werde, sei schlicht ein „Irrglaube“.

Kontrovers diskutiert wird auch über die Notfallversorgung in Grevenbroich. Während Karbowiak von Rettungswagen spricht, die bei einer Umwandlung des Elisabethkrankenhauses „vor Ort“ stationiert bleiben, stellt Ladeck infrage, ob das, allein aus rechtlichen Gründen, ausreicht. Auch zur Notfallversorgung fehle ein belastbares Konzept. Karbowiak wiederum sieht solche Nachfragen aus dem Kreis offenbar als Verzögerungstaktik und Blockade der Klinik-Geschäftsführung. Sollte es dabei bleiben, so Karbowiak, müsse die Stadt Neuss die Rückabwicklung der 2019 mit dem Kreis vereinbarten Krankenhausfusion erwägen.

Die Drohung in Richtung Kreis ist nicht neu, Karbowiak hatte sich so bereits nach dem Beschluss des Kreisausschusses Ende Januar geäußert, der in Neuss wegen vieler Prüfaufträge zum Gesundheitscampus als Verzögerungstaktik gewertet wird. Über die Frage, wie realistisch ein solches Szenario ist, wird gestritten. Hintergrund sind nicht nur vertragsrechtliche und organisatorische Fragen, sondern auch die finanzielle Situation des Lukaskrankenhauses.

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