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Retter brauchen dringend Verstärkung

Retter brauchen dringend Verstärkung

Ehrenamtliche Helfer werden rar. Viele schreckt der Zeitaufwand.

Dormagen. Pünktlich zur Eröffnung der Strandbad-Saison am „Strabi“ werden die Helfer der DLRG ihre Posten besetzen und auf die Badegäste achten. Was selbstverständlich scheint, erfordert gute Planung und hohen Personaleinsatz. Das ist bei den Einsätzen anderer Hilfs- und Rettungskräften wie Feuerwehr oder Malteser ebenso. Sie eint das Problem der Gewinnung von Nachwuchskräften. Das gelingt zwar in weiten Teil ganz gut, aber, so formuliert es der Pressesprecher der Dormagener DLRG, Jörg Dittmar: „Wir haben keine Sorgen, aber Probleme.“ Landauf, landab kämpfen die Organisationen vor allem um ehrenamtliche Helfer. Ohne auf die eigene Nachwuchsorganisation setzen zu können stünde es um viele sehr kritisch.

Bei der mehr als 600 Mitglieder zählenden DLRG — davon zehn Prozent Aktive — laufen alle Einsätze mit Ehrenamtlern. „Die müssen viel Zeit für ihre Ausbildung aufbringen, Lehrgänge besuchen, zu Hause viel Theorie lernen — alles freiwillig.“ Aus seiner Sicht ist es leicht, Mitglieder für die DLRG zu gewinnen, „aber eine hohe Hürde, daraus Mitarbeiter zu machen.“ Das Ehrenamt ist bei den Maltesern in Dormagen ein starkes Element. Auf eine bundesweite Besonderheit weist der Stadtbeauftragte Carlo Hahn hin: „Wir fahren für die Feuerwehr der Stadt den Rettungswagen, der mit rein ehrenamtlichen Kräften besetzt ist.“ Die absolvieren übrigens die gleichen Prüfungen wie die Festangestellten. „um die vorgeschriebenen Fortbildungen erfüllen zu können, muss sich jeder eine Woche Urlaub im Jahr nehmen“, so Hahn.

Kai Vogelmann, Pressesprecher der Maltester in NRW, sagt, dass es „immer schwieriger wird, Leute zu finden, die bereit sind sich zu engagieren. Der Qualitätsanspruch ist hoch, dem stehen die Freizeitbeschäftigungen und die Vollbeschäftigung gegenüber“. Nicht nur die Malteser brauchen „viel mehr Freiwillige, gerne Frührentner, Jugendliche oder Arbeitnehmer, die statt Bungee-Springen zu machen lieber als Rettungssanitäter mitfahren.“ Laut Vogelmann ist die Crux: „Im Rettungsdienst spielen wir in der Champions League, aber die Bezahlung ist schlecht“.

Ohne den eigenen Nachwuchs kommt auch die Feuerwehr in Dormagen nicht aus. „Die Jugendfeuerwehr ist die Stütze der personellen Leistungsfähigkeit der Feuerwehr“, sagt Stadtsprecher Max Laufer. Sie hat aktuell 103 Mitglieder. „Über die Jugendfeuerwehr werden die meisten Mitglieder gewonnen.“