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Rennbahn wird zum Feuerwerks-Verkaufsplatz

Rennbahn wird zum Feuerwerks-Verkaufsplatz

20 Tonnen Böller und Raketen im Angebot.

Neuss. Auf den traditionsreichen Silvesterrenntag müssen die Pferdefreunde verzichten, am 2. Weihnachtstag werden zum letzten Mal in diesem Jahr die Galopper auf die Sandbahn gehen. Danach ist wieder Training für die heimischen Pferde angesagt. Die brauchen allerdings zwischen den Jahren gute Nerven. Die Rennbahn wird zum Feuerwerks-Verkaufsplatz.

Und das im ganz großen Stil. Das Unternehmen Pyro-team Düsseldorf, das auch das Schützenfest-Feuerwerk liefert, hat den Vertrag mit Neuss Marketing abgeschlossen. Der habe mehrfach auf der Kippe gestanden, ist zu hören. Viele Anfragen, noch mehr Genehmigungen und Abstimmungen, dazu eine Nutzungsänderung waren nötig, um das Projekt auf den Weg zu bringen.

Erlaubt ist der Verkauf von Feuerwerkskörpern ab Freitag, 28. Dezember. Am Donnerstag baut das Pyroteam im Innenraum vor der Wetthalle auf: Ab 19 Uhr heißt es „Produktvorschießen“. Dann werden alle möglichen Kanonen und Raketen in den Himmel über der Rennbahn katapultiert. Ein großes Abschlussfeuerwerk mit Musik schließt sich an. Pünktlich um Mitternacht beginnt der Verkauf, der am Freitag und Samstag den ganzen Tag über bis 21 Uhr fortgesetzt wird. Das Unternehmen rechnet mit mehreren 1000 Besuchern.

Der Umgang mit der großen Menge von Silvester-Knallerei der unterschiedlichen Stärken ist exakt geregelt. Im Rennbahnhaus wird im Atelier ausgesucht und gezahlt, in der Alten Wetthalle dann die Ware abgeholt.

Da dort auch nicht das gesamte Knall- und Leuchtgut lagern darf, werden 20 Container mit Ware im Fünf-Meter-Abstand aufgestellt. Es soll genug für alle sein: Sascha Krumbach, Inhaber von Pyroteam Düsseldorf, will 20 Tonnen Feuerwerk vorhalten. Er kennt den Andrang vom Lagerverkauf in Grevenbroich.

Und die Pferde? Der Rennverein habe der Veranstaltung nicht zustimmen wollen, sagt Peter Ritters vom Vorstand, schließlich habe man sich aber dem Druck des Hausherrn Neuss Marketing gebeugt. Pfleger werden nun in den Boxen und Stallungen sein, um die Tiere zu beruhigen, wenn es kracht und pfeift und donnert. Das bezahlen die Pyrotechniker.

Dass der Rennverein allerdings jetzt unter denen aufgeführt wird, die die Veranstaltung präsentieren, geht nach Meinung von Peter Ritters doch ein bisschen zu weit.