Regen hat Brandgefahr nicht gebannt

Regen hat Brandgefahr nicht gebannt

Die Feuerwehr warnt davor, brennende Zigaretten wegzuwerfen.

Kaarst. Ein Mann sitzt auf dem Balkon seiner Mietwohnung an der Martinusstraße, raucht eine Zigarette und drückt diese in der Erde seines Blumenkastens aus. Er verlässt das Haus. Kurze Zeit später, um 17.37 Uhr, wird die Feuerwehr zur Martinusstraße gerufen. Aufmerksame Passanten haben sie alarmiert, weil ein Blumenkasten im zweiten Obergeschoss brennt, genau wie die Wiese vor dem Haus. So geschehen am Freitag, 11. August.

„Die Erde in dem Blumenkasten war durch die Hitze so ausgetrocknet, dass die Glut sich durch die Erde gefressen hat und den Blumenkasten in Brand gesteckt hat“, sagt der Pressesprecher der Feuerwehr, Stefan Breitfeld. Teile des geschmolzenen Plastikkastens sind dann herunter getropft und haben nach Aussage der Feuerwehr einer Fläche von etwa zwei Quadratmetern vor dem Gebäude ebenfalls in Brand gesetzt.

Das Feuer im zweiten Obergeschoss wurde durch einen Trupp im Korb der Drehleiter mit einem Kleinlöschgerät abgelöscht. Ein weiterer Trupp löschte die Glutnester auf der Rasenfläche im Erdgeschoss mit einem zusätzlichen C-Rohr ab. Vertreten am Einsatzort waren Feuerwehr, Polizei, Rettungswagen, insgesamt 17 Einsatzkräfte waren vor Ort.

Andreas Kalla, Chef der Kaarster Feuerwehr, sagt: „Dank der aufmerksamen Bürger konnten wir frühzeitig eingreifen. Es gibt auch keine nennenswerten Gebäudeschäden. Allerdings hätte es auch anders ausgehen können.“ Gerade achtlos weggeworfene Zigarettenkippen können bei der anhaltenden Trockenheit schwerwiegende Brände auslösen. „Erst vor kurzem hatten wir einen Einsatz, weil eine Zigarettenkippe in einen Gulli geworfen wurde“, sagt Kalla. Auch dort wurde durch die Glut ein Feuer entfacht.„Ein Funke reicht aktuell, um ein Feuer auszulösen“, sagt der Feuerwehrchef.

Auch der Regen der vergangenen Tage könne daran nicht viel ändern, warnt der Feuerwehrchef. Es sei ein Irrglaube, dass die Regengüsse der vergangenen Tage die Erde so durchfeuchtet hätten, dass keine Brandgefahr mehr besteht. Im Gegenteil: Teilweise seien die Böden so versiegelt, dass das Wasser gar nicht durchdringen könne. „Es ist quasi ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Kalla. Es müsse noch viel mehr regnen, damit die Brandgefahr gebannt sei. Angesichts der anhaltenden Trockenheit weist die Feuerwehr darum nochmals auf die erhöhte Brandgefahr besonders durch das achtlose Entsorgen von Zigarettenkippen hin. Vor allem in Wäldern ist die Gefahr derzeit hoch. Bei Waldbrandgefahr sorgt der Landesbetrieb Wald und Holz NRW mit einer Rufbereitschaft dafür, dass Schadensereignisse im Wald möglichst schnell gemeldet werden, damit die Schäden gering bleiben. Bei der Bekämpfung von Waldbränden arbeitet die Forstverwaltung mit Polizei, Feuerwehr und anderen Behörden vor Ort eng zusammen.

Auch Waldbesucher können durch umsichtiges Verhalten dazu beitragen, Waldbrände zu verhindern. Deshalb ist zum Beispiel offenes Feuer im Wald verboten und Grillen nur an ausgewiesenen Grillplätzen erlaubt. Rauchen im Wald ist vom 1. März bis 31. Oktober generell nicht gestattet, weil jeder glimmende Gegenstand einen Brand verursachen kann. Aktuell gilt das mehr denn je.

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