„Raum der Kulturen“ feiert Weihnachten in Volkshochschule

„Raum der Kulturen“ feiert Weihnachten in Volkshochschule

Flüchtlinge und Einheimische trafen sich im Romaneum.

Neuss. Ganz stand und steht unter Schock angesichts des Terroranschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt, bei dem auch zwei Neusser zu Opfern wurden. Den Gedanken, in dieser Situation eine interkulturelle Weihnachtsfeier im Romaneum abzusagen, verwarfen die Integrationslotsen ganz schnell. „Wir wollten und sollten ein Zeichen setzen, dass wir uns nicht abwenden und Geflüchtete nicht unter Generalverdacht stellen“, erklärt Despina Kosmidou vom Verein „Raum der Kulturen“ für die Gastgeber.

Die lagen mit ihrer Entscheidung offenbar richtig, denn es sei eine wirklich gelungene Veranstaltung gewesen. „Man musste nur die Freude in den Gesichtern der Menschen sehen, wie sie die Grußworte von Bürgermeister Reiner Breuer aufgenommen und sich die Kinder über die Geschenke gefreut haben“, sagt sie. Dieses Gefühl des Miteinanders müsste gestärkt werden.

Einen Ort, um gemeinsam in Kontakt und ins Gespräch zu kommen, versuchen die Integrationslotsen der Stadt aus dem Romaneum zu machen. Dort kommen an jedem Dienstag von 16 bis 18 Uhr Geflüchtete mit ehrenamtlichen Helfern und den Integrationslotsen zusammen. „Jeder ist eingeladen, sich anzuschließen“, sagt Kosmidou.

Die Idee zu der Feier am Dienstag kam auf, weil in diesen Wochen mancher Neusser zu vielen Weihnachtsfeiern eingeladen wird — andere wiederum zu keiner. Das wollten die ausgebildeten Integrationslotsen, die den Neubürgern Orientierungshilfe beim Start in Neuss geben, ändern und fanden mit der Volkshochschule schnell einen Partner. „Viele Geflüchtete werden in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr allein sein, wenn alle anderen in ihren Familien feiern“, nennt Bouchra El Maazi, die an der Organisation der Feier beteiligt war, einen weiteren Aspekt.

Bei Weihnachtsmelodien und einem festlichen Buffet wurde deshalb jetzt gemeinsam gefeiert, ganz passend im Café International der Volkshochschule. Auf Initiative von Rilana Heidel sammelten Schüler des Theodor-Schwann-Kollegs Sachspenden, damit es sogar eine richtige Bescherung gab. Red