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Rauchverbot in Kneipen: Gastronomen wehren sich mit Demo

Rauchverbot in Kneipen: Gastronomen wehren sich mit Demo

Neusser stehen hinter der Initiative der Wirte. Viele finden das Rauchverbot in Kneipen übertrieben.

Neuss. Der Kampf gegen das Nichtraucherschutzgesetz ist noch nicht vorbei.

Am Samstag ab 12 Uhr veranstaltet die Initiative Neusser Innenstadtgastronomen eine Demonstration gegen das neue Gesetz, das das Rauchen seit dem 1. Mai in öffentlichen Gebäuden und Gaststätten verbietet.

„Die rot-grüne Landesregierung hat damit vor allem der getränkeorientierten Gastronomie größte Probleme bereitet“, sagt Michael Bott, Leiter der Initiative. „Im Bereich Düsseldorf mussten schon jetzt über 40 Betriebe schließen. Weitere werden folgen.“

Bei einer Umfrage konnte ebenfalls ein Großteil der Befragten das strenge Nichtraucherschutzgesetz nicht nachvollziehen.

Karl-Heinz Strassmann wird sich an der Demo am Samstag beteiligen. „Ich bin gegen das Gesetz“, sagt der 76-Jährige. „Es hätte doch alles so bleiben können, wie es war. Die großen Restaurants hatten Raucherräume, beim Essen war man also rauchfrei. Und in den Kneipen konnten der Wirt und der Gast frei entscheiden.“

Jenny Drehmel (20) genießt es zwar, dass ihre Klamotten nach einem Abend in der Kneipe nicht mehr nach Rauch riechen, sagt aber auch: „Es hat mich nie wirklich gestört.“ Freundin Sandra Helpenstein (25), selbst Raucherin, findet es gut, dass die Wirte das Gesetz nicht auf sich beruhen lassen und durch eine Demo ihre Meinung kundtun: „Irgendwas muss man ja machen.“

Eine „furchtbare Bevormundung“ sei das neue Gesetz, sagt Willi Schaaf (45). „Es wird immer schlimmer. Wo hört das auf? Jetzt werden wir bald noch gezwungen, einen Tag in der Woche auf Fleisch zu verzichten.“ Und Ehefrau Sandra Schaaf (45) fügt noch hinzu:

„Die Wirte tun mir richtig leid. Erst haben sie für viel Geld die Raucherräume gebaut, und mit dem neuen Gesetz haben die jetzt das Geld dafür quasi zum Fenster rausgeschmissen. Es können sich bestimmt viele Kneipen auf Dauer nicht halten.“

Klaus Richter (58) differenziert: „Dass unser Bürgermeister selbst im Büro raucht, seinen Mitarbeitern das Rauchen in ihren Dienstzimmern aber verbietet, finde ich grenzwertig. Wenn das Nichtraucherschutzgesetz jetzt aber soweit geht, dass Leute in ihren eigenen vier Wänden nicht mehr rauchen dürfen, dann ist das Diktatur.“

Auch in der Gastronomie sieht der Neusser da kein Problem. „Es hat sich doch auch vorher keiner beschwert. Es ist gut, dass die Wirte für ihr Recht kämpfen und auf die Straße gehen.“

Ausgangspunkt für die Demo am Samstag ab 12 Uhr ist der Theodor Heuss Platz/Hauptbahnhof. Die anschließende Kundgebung findet auf dem Markt, Höhe Freithof statt.