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Rathaus zeigt Alexianer-Entwürfe

Rathaus zeigt Alexianer-Entwürfe

Interessierte Bürger können sich ab sofort im Foyer des Rathauses ein Bild von den mehr als 500 geplanten Wohneinheiten auf dem Areal des ehemaligen Alexianer-Klosters machen.

Neuss. Es klingt ein wenig nach Schachspiel. Die Rede ist von C1, C2 und vielen weiteren solcher Kürzel, aber es werden weder Sprünge noch Türme oder gar Königinnen gezogen. Die Abkürzungen beschreiben die verschiedenen Baufelder des größten Vorhabens in der Geschichte des Neusser Bauvereins. In den kommenden Jahren werden auf dem Alexianer-Gelände mehr als 500 Wohneinheiten entstehen.

Geplant ist ein Mix aus Ein- und Mehrfamilienhäusern, großer Wert wird dabei auf bezahlbaren Wohnraum gelegt. Die für die verschiedenen Baufelder vorgesehenen Preisträger-Entwürfe aus dem Wettbewerbsverfahren wurden am Mittwoch im Foyer des Neusser Rathauses enthüllt. Dort können sich die Bürger jetzt ein Bild davon machen, wie sich das Areal des ehemaligen Alexianer-Klosters samt des dazugehörigen früheren St.-Alexius-Krankenhauses verändern wird. Bis Donnerstag, 9. August, werden die Entwürfe ausgestellt. Bürgermeister Reiner Breuer zeigte sich bei der Vorstellung der Preisträger-Entwürfe überzeugt, dass auf dem Alexianer-Gelände ein „neues lebendiges Quartier“ entsteht. Er nahm dabei auch den geförderten Wohnungsbau in den Blick.

Kein Wunder: Neuss wächst und braucht bezahlbaren Wohnraum. Im Alexianer-Quartier soll dieser nicht nur mit Blick auf Mietwohnungen geschaffen werden. Auch der Eigentumsbereich soll nicht vernachlässigt werden. Selbst für den Mittelstand wird es laut Planungsdezernent Christoph Hölters immer schwerer, sich angesichts steigender Baukosten ein Eigenheim leisten zu können. Im Alexianer-Quartier sollen „Häuser günstiger als im Markt üblich“ angeboten werden — und zwar dank geschickter Planung und Umsetzung des Großprojekts. Bis es komplett umgesetzt ist, wird es einige Jahre dauern. Anfang bis Mitte der 2020er Jahre soll das Quartier fertig sein. Zwei Fixpunkte bleiben: Das Kloster wird nicht abgerissen. Und das Krankenhausgebäude wird kernsaniert und modernisiert. Dort entsteht ein Gesundheitszentrum.

Auf dem Weg zum neuen Quartier sind noch eine Menge Schritte zu gehen. Mit den jetzt vorliegenden Preisträger-Entwürfen wird zum Beispiel die Straßen- und Infrastrukturplanung für das Quartier konkretisiert. Im kommenden Jahr soll es eine Bürgerversammlung geben, die das Großvorhaben noch einmal vorstellt. Die ersten Bauarbeiten werden dann bereits laufen. Im September soll der Startschuss für die „Einstiegs-Baumaßnahme“ an der Nordkanalallee erfolgen.

Dort sollen 59 Wohneinheiten entstehen, ein Großteil davon öffentlich gefördert. Dirk Reimann vom Bauverein-Vorstand spricht in diesem Zusammenhang von einem „Initialprojekt“. Daran anschließend wird das neue Alexianer-Quartier Stück für Stück entwickelt. Die Größe des Vorhabens wird nicht nur mit Blick auf das im Rathaus-Foyer ausgestellte Modell, das zeigt, wie das Gelände nach Fertigstellung aussehen soll, deutlich, sondern auch mit Blick auf die Finanzen. Dirk Reimann spricht von einem Investitionsvolumen in Höhe von 175 bis 185 Millionen Euro.