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Projektentwickler Bema erwirbt drittes Objekt in Neuss

Projektentwickler erwirbt drittes Objekt in Neuss : Woolworth-Haus verschwindet

Düsseldorfer Projektentwickler plant Neues am Standort.

Der Düsseldorfer Projektentwickler Bema wächst in die Rolle eines nicht mehr zu übersehenden Akteurs in der Stadtentwicklung hinein. In Rat und Rathaus nicht von allen geliebt, setzt das Unternehmen dennoch Akzente. Jüngster Paukenschlag: Bema kauft das Geschäftshaus an der Niederwallstraße, in dem die Kaufhauskette Woolworth seit 2011 eine Filiale betreibt. Nach Ablauf des Mietvertrages kündigt das Unternehmen eine „Neuentwicklung“ an.

Angesichts des Alters von fast 50 Jahren, des Zuschnitts, aber auch des Zustandes dieses Gebäudes kann das nach Ansicht von Bema-Geschäftsführer Ralph Schneemann eigentlich nur heißen: Abriss und Neubau. Die Sanierung, das so genannte Refreshment, sei eine „kaum vorstellbare Variante“, sagt er. Aber nur wenige Tage nach Unterzeichnung des Kaufvertrages ist diese Frage ebenso wenig beantwortet wie die, was in dieser Innenstadtlage entstehen könnte. Man wisse nicht, was der Markt nachfragen wird, sagt Schneemann, der über Konzepte erst nachdenken will, wenn die Flächen verfügbar sind.

Aktuell bietet das als Kaufhaus für einen Mieter konzipierte Gebäude 5000 Quadratmeter Nutzfläche. 2000 davon nutzt Woolworth, das nach Angaben von Firmensprecherin Olga Petri noch einen Mietvertrag bis Ende 2021 hat. Ob das Unternehmen die vertraglich gesicherte Option zieht und das Mietverhältnis verlängert, sei noch zu prüfen. Die Nachricht vom Besitzerwechsel sei noch zu frisch, mit dem neuen Vermieter noch gar nicht gesprochen worden.

Im Rathaus wurde die Nachricht vom Verkauf mit Aufmerksamkeit registriert. Als Entree zum Neumarkt sei durchaus interessant, was dort passiert, sagt Planungsdezernent Christoph Hölters, der aber auch das Interesse der Stadt betont, die gut 30 Jobs bei Woolworth zu erhalten.

Vorbild könnte das „Kastellum“ entlang der Kastellstraße sein

Mit Blick auf den Investor Bema, der auf den ehemaligen Firmengeländen von Bauer & Schaurte sowie der Firma Pierburg in großem Stil Wohnungen bauen will, muss er zudem nachschieben: „Das bestehende Planungsrecht schließt Wohnen als Nutzung aus.“ Aber das könnte geändert werden.

Vorbild für eine Neuentwicklung auf der Fläche, wo vor „Woolworth“ bis 2009 die Modehauskette „C & A“ ansässig war, könnte offenbar das Projekt „Kastellum“ der Firma Interboden sein, das vis-a-vis entlang der Kastellstraße entstanden ist. Dort, wo früher die „Casserole“ war, erhebt sich heute ein Wohn- und Geschäftshaus mit drei Ladenlokalen und – darüber – 32 Wohnungen. „Das haben die wirklich gut gemacht“, lobt Schneemann die Konkurrenz.

In der neuesten Bema-Immobilie wäre ein solcher Mix durch Umbau kaum zu erreichen. Die Warenhausstruktur mit Rolltreppen sorgt sogar dafür, dass oberhalb der ersten Etage, die Woolworth noch mitnutzt, die drei weiteren Etagen derzeit leer stehen.

Aber Objekt und Standort haben Potenzial, sagt Bema. Das erkannten vor den Düsseldorfern auch Tenkhoff Properties aus Berlin und der Esserner Konzern MfI, die in Konkurrenz zueinander (erfolglos) Pläne für ein innerstädtisches Einkaufszentrum schmiedeten – in dem beide diesen „Kasten“ aufgehen lassen wollten.