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Prävention: Konferenz für Jugendschutz

Prävention: Konferenz für Jugendschutz

Die Kreispolizei will unter dem Motto „Pro Jugend statt Promille“ stärker gegen jugendlichen Alkoholkonsum vorgehen.

Rhein-Kreis Neuss. Alkohol gehört einfach dazu: Er macht locker, die Stimmung steigt — außerdem trinken die Freunde auch alle. Wie schnell jedoch die Grenze vom Genuss-trinker zum Komasäufer überschritten wird und welche Schäden Alkohol erwirken kann, ist gerade jungen Menschen oft nicht bewusst.

„Alkohol ist eine der schlimmsten Drogen, die unsere Gesellschaft bietet“, weiß Petra Kraus, die bei der Jugend- und Drogenberatungsstelle Neuss für Prävention zuständig ist. „Wenn das Selbstwertgefühl in Ordnung ist, kann eigentlich nicht viel passieren.“

Trotzdem: Während der Karnevalstage wurden 16 Jugendliche mit Alkoholvergiftungen ins Neusser Lukaskrankenhaus eingeliefert; elf von ihnen wurden stationär behandelt. Der Anteil der Straftaten, die von Jugendlichen unter Alkoholeinwirkung begangen werden, hat sich laut Polizei in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt.

Jetzt soll verstärkt etwas dagegen getan werden — über kommunale Grenzen hinweg: Die Kreispolizei unter Leitung von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke veranstaltet am kommenden Montag eine Jugendschutzkonferenz mit den Verwaltungsspitzen der Städte und Gemeinden.

„Es gibt bereits viele Kooperationen auf Kreisebene. Aber wir sollten noch besser zusammenarbeiten“, sagt Sabine Rosenthal-Aussem, Leiterin des Kommissariats für Kriminalprävention und Opferschutz. Wie das genau aussehen wird, soll erst am Montag verraten werden.

Eine Anlaufstelle in Neuss ist zum Beispiel das Café Ons Zentrum, eine Einrichtung der Caritas an der Rheydter Straße 176. „Erst Anfang der Woche haben wir mit einem trockenen Alkoholiker eine Schulklasse des Quirinus-Gymnasiums besucht“, erzählt Einrichtungsleiter Manfred Klein.

Die authentische, emotionale Geschichte des Mannes habe die Schüler sehr beeindruckt. Kleins Ziel: „Wir wollen am Bewusstsein der Jugendlichen rütteln. Sie sollen sich fragen, warum sie trinken, und über die Menge Alkohol nachdenken.“