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Politik in Neuss zu den Plänen des Galoppclub für die Rennbahn

Vorstoß der Neusser CDU : Rennbahn: Politiker sind skeptisch

Viel Ablehnung für Idee der Wiederbelebung des Galoppsports.

Die FDP kämpft weiter für einen zentralen und bürgernahen Erholungspark mit der Rennbahn als Zentrum – und begegnet der von der CDU unterstützten Idee einer Wiederbelebung des Galopprennsports mit Skepsis. Auch wenn der Kommunalwahlkampf vor der Tür stehe, sollten doch langfristige Möglichkeiten einer positiven Stadtentwicklung über die, wie es in einer Stellungnahme heißt, „kurzfristigen Konzepte zur Bedienung einer speziellen Klientel“ gestellt werden.

Die CDU hatte mit dem Vorstand des gerade gegründeten „Galoppclub Neuss-Niederrhein“ dessen Konzept für eine Wiederbelebung des Galopprennsports und den Aufbau eines Pferdesportzentrums vorgestellt. Am 20. März will sie im Rat den Antrag stellen, dass die Stadt in Gespräche mit dem Verein tritt. So will sie auch verhindern, dass das Areal verwahrlost, wenn Ende März der Trainingsbetrieb eingestellt wird.

Der Dachverband „Deutscher Galopp“ begrüßt die Initiative und den Mut, einen Neuanfang zu versuchen, so Verbandspräsident Michael Vesper in einer am Dienstag verbreiteten Mitteilung. Man sei gespannt auf den „konkreten Maßnahmenplan, den die Initiative nun in Absprache mit der Stadt erarbeiten will.“ Aktive Hilfe bietet der Dachverband nicht an.

Ob der CDU-Antrag für einen Einstieg in erneute Gespräche im Rat eine Mehrheit findet, ist nicht sicher. Neben der FDP äußerten sich auch SPD, Linke und UWG eher ablehnend. Roland Sperling (Linke) sagt eindeutig Nein zum Thema Galopp und ist sicher, dass der Versuch einer Neubelebung „wenig Verständnis in der Bevölkerung finden wird“.

Entscheidend könnte die
Haltung der Grünen werden

Genauso klar liegt der Fall für Carsten Thiel (UWG/ Freie Wähler): Der Verein, in dem nur wenige Neusser Mitglied sind, versuche die Bahn am Leben zu halten, um vom Wettgeschäft profitieren zu können. Die Zeiten für Galopp in Neuss aber seien vorbei. Arno Jansen (SPD) kann das Konzept des Galoppclubs inhaltlich nicht bewerten – weil er es nicht kennt. Außer Presseveröffentlichungen, den – so wörtlich – „Verheißungen auf Facebook“ und „Verlautbarungen der CDU“ liege ihm nichts vor. So gilt für ihn weiter der Ratsbeschluss vom Dezember zum Ende des Galopp. „Priorität für uns hat, die Rennbahn als Erholungsfläche für alle zu entwickeln“, sagt er. Dort seien – die Anfrage eines Open-Air-Kinobetreibers belege es – „viele Events mit mehr Breitenwirkung vorstellbar, als uns Galopp bieten kann“.

Entscheidend könnte die Haltung der Grünen werden, dem CDU-Koalitionspartner. In der Fraktion seien Befürchtungen geäußert worden, dass Galopp – wie in der Vergangenheit – andere Entwicklungen behindert, sagt Fraktions-Chef Michael Klinkicht. Er wolle sich die Pläne „wenigstens mal anhören.“