Nüsser Ovend zeigt sich modern

Nüsser Ovend zeigt sich modern

Die traditionsreiche Karnevalsveranstaltung erlebt nach zweijähriger Zwangspause am Samstag ihre Neuauflage.

Neuss. Kurz vor der Neuauflage müssen nur noch letzte Details geregelt werden, schließlich läuft der Countdown. Die Heimatfreunde haben dafür gesorgt, dass mit dem Nüsser Ovend am Samstag, 13. Januar, eine traditionsreiche Karnevalsveranstaltung in den jecken Jahreskalender zurückkehrt. Und der wird mit einigen Neuerungen aufwarten. Gefeiert wird erstmals im Gare du Neuss. Die Sitzung wird kürzer als früher sein, dafür gibt’s eine After-Show-Party.

Und mit Jean Heidbüchel (25) fiebert der jüngste Elferratspräsident in der langen Geschichte des Nüsser Ovends, der erstmals 1931 stattfand, seiner Premiere entgegen. „Ein bisschen aufgeregt bin ich schon“, räumt Heidbüchel ein. „Aber ich bin sicher, dass es ein gelungener Abend wird.“

Jean Heidbüchel, Elferratspräsident

An die ganz großen Hochzeiten wird der Nüsser Ovend dabei nicht anknüpfen — und das ist auch nicht das Ziel. „In den 1980er Jahren kamen bis zu 1000 Besucher in die Stadthalle“, sagt Heidbüchel. Aber der Sitzungskarneval hat sich verändert, 2015 gab es den vorerst letzten Nüsser Ovend. Dann löste sich die „Brauchtums- und Karnevalsgruppe“auf, es folgten zwei Jahre Pause für die Veranstaltung. Bis die Heimatfreunde beschlossen, dem Nüsser Ovend neues Leben einzuhauchen. Mit 200 bis 300 Gästen rechnen die Organisatoren. „Da liegen wir gut im Soll.“ Denn der Vorverkauf läuft, aber noch gibt es einige Tickets. 23 Euro kosten sie pro Stück, Mitglieder der Heimatfreunde zahlen 20 Euro. Erhältlich sind die Eintrittskarten in der Geschäftsstelle der Heimatfreunde, Michaelstraße 63, sowie in der Einhorn-Apotheke in der Innenstadt. Die Sitzung beginnt um 20 Uhr, Einlass ist ab 19.11 Uhr. Um 23.15 Uhr soll dann die Party mit Markus „DJ Titschy“ Titschnegg starten.

Drei Stunden soll das Bühnenprogramm ungefähr lang sein, früher waren es gerne mal fünf Stunden. „Die Gesellschaft hat sich verändert, das gilt auch für den Sitzungskarneval. Darauf reagieren wir“, sagt Heidbüchel. „Aufs Bühnenprogramm wollten wir aber nicht verzichten, sondern die Tradition bewahren und mit Neuem verknüpfen.“ Und vor allem sollte am jecken Neusser Lokalkolorit festgehalten werden.

Der Fokus des Nüsser Ovends 2.0 lag daher auf lokalen Künstlern. „Es sind viele Neusser Kräfte dabei, zum Beispiel ,Ne Kistedüvel’ aus Rosellen, Markus Titschnegg als Nüsser Jung oder ,Die fidelen Novesier’“, betont Heidbüchel. Ein weiterer musikalischer Höhepunkt sind „De Fetzer“, aus Köln reisen die „Kölschen Paninis“ an. Und ein alter Bekannter steigt noch einmal auf die Bühne. Büttenredner Hermann-Josef Maaßen löst sein Versprechen ein, bei einer Wiederauflage des Nüsser Ovends noch ein Mal aufzutreten. Ein Comeback beim Comeback sozusagen.

Jetzt muss die Sitzung mit anschließender Party nur noch ankommen. Am liebsten würden die Organisatoren des Nüsser Ovends 2.0 schließlich nicht nur eine Tradition wiederaufleben lassen, sondern sie auch langfristig fortsetzen. „Es wäre schön, wenn die Tradition fortbesteht“, sagt Heidbüchel.