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Neusser Schützenfest: "Ein großes Spiel der Männer"

Neusser Schützenfest: "Ein großes Spiel der Männer"

WZ-Interview: Präsident Thomas Nickel zum Schützenfest.

WZ: Herr Nickel, wann haben Sie in Neuss zum ersten Mal gefeiert?

Nickel: 1987 bin ich erstmals den Maat erop marschiert. Da konnte ich noch locker feiern.

WZ: In diesem Jahr sind wieder 58 Schützen mehr dabei als im Vorjahr. Nachwuchsprobleme gibt es also nach wie vor nicht?

Nickel: Nein, die gibt es nicht. Wir haben enormen Zulauf bei jungen Leuten, aber auch bei "Spätberufenen". Die wollen dann einmal mitmachen. Aber der Bazillus bleibt.

WZ: Sicher rücken die Söhne von Schützen nach. Wie steht es mit Zugezogenen?

Nickel: Von denen kommen auch sehr viele Junge. Die erleben ja, wie zum Beispiel in der Schule über das Thema geredet wird.

WZ: Kann das Schützenwesen auch Menschen mit Migrationshintergrund anlocken? Oder bleibt man in Neuss lieber unter sich?

Nickel: Sofern die Integration in Schule und Gesellschaft klappt, machen sie genauso mit. Viele aktive Schützen gibt es allerdings noch nicht.

WZ: Wann ist die "natürliche Grenze" erreicht?

Nickel: Es wird keinen Aufnahmestopp geben. Und es lösen sich doch auch altersbedingt immer wieder Züge auf.

WZ: Noch zwei Wochen. Worauf freuen Sie sich am meisten? Oder ist alles Routine?

Nickel: Routine wird’s nie! Am schönsten ist für mich der Samstag um 17Uhr, wenn auf dem Markt alle Tambourcorps "Freut euch des Lebens" spielen. Und natürlich ist da der letzte Zapfenstreich vor St.Quirin am Dienstagabend. Dazwischen ist eigentlich jede Minute festgelegt.

WZ: Wann werden Sie noch nervös?

Nickel: Wenn kurz vor der Parade schwarze Wolken aufziehen.

WZ: Wie viel Kandidaten erwarten Sie zum Königsschießen?

Nickel: Ich weiß es wirklich nicht. Es hat sich noch niemand offiziell gemeldet. Die Frist endet aber auch erst am Sonntag um 18Uhr.

WZ: Der Name Verführt ist im Gespräch...

Nickel: Er hat sich offiziell noch nicht gemeldet.

WZ: Schützenfest ist Männerfest. Oder?

Nickel: Schütze sein ist Männersache. Das Fest ist Familiensache.

WZ: Tradition und Schützenwesen gehören zusammen. Fällt Ihnen dennoch etwas ein, das geändert, abgeschafft, erneuert werden sollte?

Nickel: Wir entwickeln Traditionen weiter. Doch die Wurzeln sind der Garant für das Schützenfest. Sonst droht Beliebigkeit.

WZ: Wie erklären Sie einem chinesischen Geschäftsmann in seinem ersten Jahr in Neuss in einem Satz das Neusser Bürger Schützenfest?

Nickel: Es ist ein großes Spiel der Männer. Um es zu begreifen, mach einmal mit.