Neuss: Vollsperrungen auf der Fleher Brücke geplant

Verbindung zwischen Neuss und Düsseldorf : Fleher Brücke bleibt Dauer-Baustelle

Derzeit finden die wichtigsten Arbeiten unterhalb der Fahrbahn statt. Im August wird für weitere Maßnahmen die Verkehrsführung auf der A 46 geändert.

. Autofahrer, die gerade mit den aktuell erlaubten 80 Kilometer pro Stunde die Fleher Brücke überqueren, könnten meinen, dass gerade Sanierungs-Stillstand herrscht. Denn auf der Brücken-Oberfläche sind aktuell keine derartigen Aktivitäten zu beobachten. Doch Stillstand herrscht keineswegs – die Arbeiten finden derzeit nur unter der Brücke statt. Dort werden aktuell die sogenannten Knoten, also Stellen, an denen ein Träger in einen anderen verläuft, überprüft. Zum Teil werden die Schäden sofort behoben. Die grundlegende Sanierung soll im Anschluss erfolgen, wie Straßen-NRW-Sprecher Norbert Cleve jetzt auf Nachfrage mitteilte.

Fleher Brücke bleibt wohl
bis 2024 eine Baustelle

Bereits im August wird dafür eine neue Verkehrsführung auf der Brücke geschaffen. Um eine Seite zu entlasten, wird zunächst ein Fahrstreifen Richtung Wuppertal auf die andere Seite, die Richtung Neuss führt, verlegt. Dort werden somit zwischenzeitlich drei Fahrstreifen sein. Sind die Arbeiten in Fahrtrichtung Wuppertal abgeschlossen, wird dieselbe Verkehrsführung auf die andere Seite verlegt. Um die neue Führung vorzubereiten, müssen Autofahrer im August mit Einschränkungen rechnen. So wird es an Wochenenden (eine genaue Terminierung steht noch aus) nicht nur Einspurigkeiten geben, sondern auch Vollsperrungen Mitte August in jeweils eine Fahrtrichtung. „Diese sind nötig, um die Mittelstreifen-Überfahrten ermöglichen zu können“, sagt Cleve.

Wegen Schäden, die im Rahmen der regelmäßigen Kontrollen durch Straßen.NRW festgestellt wurden, war auf der Fleher Brücke Anfang April 2018 in jeder Richtung der rechte Fahrstreifen und der Standstreifen gesperrt worden. In den Schrägstreben, die links und rechts die überstehende Fahrbahnplatte abstützen, hatten sich mehrere Risse gebildet. Damit sich die Schäden nicht ausweiten, ist eine Entlastung der Schrägstreben notwendig. An den Tragseilen der Brücke wurden von den Experten jedoch keine Schäden festgestellt. Sie waren in der Vergangenheit bereits saniert worden.

Drei Messstellen überwachen
die Beanspruchung der Brücke

Während der Sanierung – danach soll die Brücke wieder vollständig auf allen sechs Fahrspuren dem Verkehr gewachsen sein – wird die Brücke ständig weiter beobachtet. Mindestens drei Messstellen sollen die Beanspruchung regelmäßig überwachen. Die Schäden sind vor allem den deutlich gestiegenen Lkw-Verkehr zurückzuführen. Täglich passieren die Brücke, deren Pylon aus Stahlbeton 147 Meter in die Höhe ragt, rund 85 000 Fahrzeuge, davon 12 000 Lkw. Das Bauwerk, das 1979 für den Verkehr auf sechs Spuren freigegeben wurde, war für das hohe Verkehrsaufkommen heute nicht konstruiert.

Im Mai 2018 hatte sich Landesbauminister Hendrik Wüst zuversichtlich gezeigt, dass die Sanierung der Brücke bis Ende 2020 abgeschlossen werden kann. Dieses Vorhaben entpuppte sich, nachdem das von einem Expertengremium erarbeitete Sanierungskonzept vorgelegt wurde, als zu optimistisch.