Neuss: „Veränderungen in der Schullandschaft“

Neuss: „Veränderungen in der Schullandschaft“

Prognose: Die Schülerzahlen gehen zurück, Vorschläge schon zu den Haushaltsberatungen.

Neuss. Die Schülerzahl an den nordrhein-westfälischen Grund-, Haupt-, Real- und Gesamtschulen sowie Gymnasien wird bis zum Jahr 2018 auf etwa 1,7 Millionen Jungen und Mädchen zurückgehen, das bedeutet im Landesschnitt einen Rückgang von 16,8 Prozent im Vergleich zu 2008.

Deutlich fällt dieser Rückgang auch im Rhein-Kreis Neuss aus: Die Landesstatistiker ordnen die erwarteten Zahlen in die Kategorie mit einem Minus von 15 bis 20 Prozent ein.

Auch im Neusser Rathaus wird - nicht erst seit Veröffentlichung dieser Zahlen - "über Veränderungen in der Schullandschaft nachgedacht", wie es Schuldezernentin Christiane Zangs formuliert. Derzeit entsteht der neue Schulentwicklungsplan, und schon zu den Haushaltsberatungen für das kommende Jahr müssen sich die Kommunalpolitiker wohl auf Entscheidungen zu einem sensiblen Thema einstellen.

Die Schuldezernentin erläutert das Kernproblem: In den nächsten Jahren geht die Schülerzahl zurück; auch in Neuss, wenngleich nicht so stark wie etwa im Ruhrgebiet. "Das kann bedeuten: Wir brauchen weniger Räume. Gleichzeitig setzen wir auf den Ganztag. Das heißt: Wir brauchen mehr Platz." Das allerdings gleicht sich nicht aus. Schulschließungen sind, sofern der Stadtrat zustimmt, nicht ausgeschlossen.

Christiane Zangs mahnt zu einer unaufgeregten Diskussion. In diesem Jahr wurden in Neuss sogar 100 Schüler mehr als 2008 eingeschult, und im Sommer 2010 werden es nochmal 50 mehr sein. Doch das ist Zahlenkosmetik, wurde doch die Schuleingangsphase vorverlegt.

So wird der neue Schulentwicklungsplan für Neuss die Zahlen der nächsten Jahre deutlich machen. Seriöse Prognosen gibt es anhand der Geburtenrate immer für fünf Jahre. uda

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