Unterbringungs-Pläne für Neuss Geflüchtete: Stadt plant mit mehr Wohnungen

Neuss · Stadt will die Anmietungen deutlich erhöhen, um Vertriebene angemessen unterzubringen.

Das Wilhelm-Fliedner-Haus wurde zuletzt für Flüchtlinge hergerichtet.

Das Wilhelm-Fliedner-Haus wurde zuletzt für Flüchtlinge hergerichtet.

Foto: Diakonie Rhein-Kreis Neuss

(jasi) Angesichts der unberechenbaren Kriegssituation in der Ukraine rechnet die Stadt damit, dass weitere Ukrainer eine Zuflucht in Neuss suchen oder über die Landeserstaufnahme-Einrichtung in Bochum zugewiesen werden. Das geht aus einer aktuellen Mitteilung der Verwaltung hervor. Hinzu kämen steigende Asylbewerberzahlen. Nach Schätzungen des Landes NRW werden die Asylanträge bis zum Jahresende über dem Stand von 2017 liegen.

Mit der neuen Sammelunterkunft im Fliednerhaus konnte die Belegungssituation aus Sicht der Stadt verbessert werden. Die Erstbelegung erfolgte am 16. August. Darüber hinaus werde es notwendig sein, die Anmietung von Wohnungen „deutlich zu erhöhen“, um die Vertriebenen angemessen über einen längeren Zeitraum unterbringen zu können. Für Notfälle beziehungsweise kriegsbedingte Überlastungen der Unterbringungskapazitäten ist darüber hinaus die Vorhaltung einer Notunterkunft an der Sekundarschule Gnadentaler Allee mit maximal 110 Bettenplätzen vorgesehen. Die direkte Nähe zum Fliedner-Haus stelle laut Stadt einen besonderen Standortvorteil dar. Eine Aktivierung sei zunächst allerdings nicht geplant, um den Schul- und Sportbetrieb nicht zu stören. Mit der bereits zugesagten Unterstützung der Hilfsorganisationen könne der Betrieb als Notunterkunft kurzfristig realisiert werden, sofern dies zwingend notwendig erscheint. Die bislang in der Eissporthalle eingerichtete Möblierung werde benötigt, um das Fliednerhaus und andere Flüchtlingsunterkünfte, zu denen auch angemietete Wohnungen gehören, einzurichten. Trennwände, der Bodenbelag und weiteres Interieur wird gelagert, um für die Aktivierung einer Notunterkunft vorbereitet zu sein. Die Eissporthalle selbst wurde als Notunterkunft aufgegeben, da sie in der kalten Jahreszeit nicht ausreichend beheizbar wäre. Zum Stand 31. August lebten 1340 Vertriebene im Stadtgebiet. Die meisten Personen konnten privat aufgenommen werden. Dabei ist die Vermittlungsarbeit der ehrenamtlichen Vereine Swiff und Schnelle Nothilfe laut Stadt sehr hilfreich gewesen. Auch die Wohnungsgesellschaften hätten durch die Bereitstellung von Mietwohnungen einen wertvollen Beitrag geleistet.

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