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Neuss: Stadt mit der Tafel über Ukraine-Flüchtlinge

Gespräch mit der Neusser Tafel : Stadt: Menschen gelangen an Grenzen

(jasi) Eine Woche ist es her, dass Rebecca Schuh, Vorsitzende der Neusser Tafel Alarm schlug. Tenor: Aktuell werde die Einrichtung an der Düsseldorfer Straße inklusive der Zweigstellen von derart vielen Menschen aufgesucht, dass die Mitarbeiter der Tafel an der Belastungsgrenze arbeiten.

Ein Großteil der Menschen seien aktuell Geflüchtete aus der Ukraine. Die Stadt hat nun das Gespräch mit der Tafel gesucht.

Dabei wurde nach Angaben von Sozialdezernent Ralf Hörsken bestätigt, dass es insgesamt, wie auch in anderen Städten, vor und nach Ostern deutlich mehr Kunden bei der Neusser Tafel gegeben habe. Der Andrang könne auf eine Reihe von Umständen zurückgeführt werden: Neben der Tatsache, dass es nur jeweils vier Wochentage in den beiden Wochen gab, spielten unter anderem auch die steigenden Lebenskosten eine Rolle und die Berichterstattungen über Hamsterkäufe, Erhöhung der Lebensmittelpreise, steigende Abschläge für Strom und Heizung.

Die Stadt hat die Tafel darüber informiert, dass die Ukraine-Flüchtlinge, die privat, in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) und in städtischen Unterkünften untergebracht sind, entweder versorgt werden oder Leistungen zum Erwerb von Lebensmitteln erhalten. Die Neusser Tafel könne die Bedürftigkeit anhand der Leistungsbescheide überprüfen. Sollten noch nicht registrierte ukrainische Flüchtlinge bei der Tafel vorsprechen, werde man zukünftig diese Menschen an das Integrationsamt im Rathaus verweisen.

Hörsken sieht eine gewisse Relativierung der besonderen Ostersituation und Hinweise darauf, dass die steigenden Lebenshaltungskosten die Menschen erkennbar an finanzielle Grenzen führt. „Hier sehe ich ein eindeutiges sozialpolitisches Warnsignal“, sagt Hörsken. Ärgerlich sei der bestätigte „Tafel-Tourismus“ aus umliegenden Städten. So hätten Familien aus den umliegenden Städten bei der Neusser Tafel vorgesprochen. Die Familien wurden einmalig bedient und erhielten den Hinweis, sich bitte zukünftig an die örtlichen Tafeln zu
wenden.