Neuss: Stadt greift beim Thema Reinigung der Schulen hart durch

Sauberkeit an Schulen in Neuss kritisiert : Stadt kündigt Reinigungsfirma

Eltern und Lehrer hatten sich zuletzt über zu dreckige Schulen beschwert. Die Stadt hat nun einer Reinigungsfirma gekündigt. Der Auftrag wird neu ausgeschrieben.

Im Streit um zu dreckige Schulen zeigt das Gebäudemanagement jetzt den beauftragten Firmen die Zähne. Ein Unternehmen – von insgesamt fünf – wurde mit intensiven Kontrollen, Sanktionen und Kritikgesprächen soweit wieder auf Kurs gebracht, dass die erbrachte Reinigungsleistung vom Gebäudemanagement Neuss (GMN) wieder als zufriedenstellend bezeichnet wird. Einer anderen, für neun Objekte zuständigen Firma allerdings wurde zum Jahresende gekündigt.

Dieser Auftrag soll europaweit ausgeschrieben und ab August – zunächst auf zwei Jahre befristet – vergeben werden. Weil die davon betroffenen neun Schulen natürlich bis dahin nicht „ungefeudelt“ bleiben sollen und dürfen, wird die Lücke mit einer Übergangsbeauftragung geschlossen. Die Suche nach einer Reinigungsfirma dafür läuft.

Lehrer griffen selbst
zu Lappen und Eimer

Mit dieser Ausschreibung soll erstmals eine regelmäßige Grundreinigung als Standardleistung ausgeschrieben werden. Darüber hinaus plant die Stadt weitere Verbesserungen. Es geht um mehr Personal, die Einrichtung einer schnellen Eingreiftruppe und Qualitätskontrollen. Kernziel sei, so Bürgermeister Reiner Breuer, die Reinigungsleistung zu verbessern. „Es gibt Mängel, die wir beseitigen wollen.“ Auf diese Mängel und einen enormen Nachbesserungsbedarf hatten Schulleiter wie Eltern hingewiesen. Mitunter waren Schulräume so verdreckt, dass die Lehrer selbst zu Lappen und Eimer griffen. Von untragbaren hygienischen Zuständen war die Rede.

Aus der Politik, die diese Klagen natürlich auch erreichten, kamen dazu einige Anregungen, die von der Verwaltung geprüft und zum Teil schon verworfen wurden. So zum Beispiel die Idee, die mit den externen Dienstleistern geschlossenen Werk- in Dienstleistungsverträge umzuwandeln. Dagegen spricht aus Sicht der Verwaltung, dass mit einem Werkvertrag Reinigungsstandards vorgegeben werden, an denen sich die Leistung nachher messen lässt. „Im Gegensatz dazu schuldet der Unternehmer beim Dienstleistungsvertrag die Anwesenheit seiner Mitarbeiter“, formuliert GMN-Geschäftsführer Christoph Hölters in einer Stellungnahme. Die Ausschreibung würde sich wesentlich auf den Stundensatz beschränken, die Reinigungsleistung wäre aufwändig zu kontrollieren.

Als Mann vor Ort überwachen im wesentlichen die Hausmeister die Arbeit der externen Putzkolonnen. Darüber hinaus beschäftigt das GMN eine in Reinigungsfragen versierte Objektleiterin, die Reinigungsmängel nicht nur belastbar einschätzen, sondern den Firmen als Fachkraft auch im Streitfall Paroli bieten kann. Weil sie aber nicht überall präsent sein kann, möchte das GMN mindestens eine weitere Objektleiterin installieren. Aktuell verfügt das Gebäudemanagement über 48 Planstellen für Reinigungskräfte, von denen 41 besetzt sind. Diese Mitarbeiter halten Verwaltungsgebäude – auch von städtischen Tochterfirmen – sauber, sind aber auch an Schulen eingesetzt. Basis dafür ist eine 20 Jahre alte Übereinkunft mit dem Personalrat, wonach der Anteil der Eigenreinigung an Schulen nicht unter 25 Prozent der Gesamtleistung fallen darf. Nun schlägt die Verwaltung vor, die sieben unbesetzten Stellen Zug um Zug nachzubesetzen und in Richtung der Schulen zu verlagern. Von diesen eigenen Kräften könnten zwei als schnelle Eingreiftruppe da eingesetzt werden, wo akute Mängel – vor allem in Mensen oder Toilettenräumen – abzustellen sind.

Mit der vorgezogenen Ausschreibung für neun Schulen soll erstmals eine regelmäßige Grundreinigung vergeben werden. Die soll nach den Vorstellungen des GMN reihum alle zwei Jahre erfolgen – und zwar in Ferienwochen.

Wenn mit Wirkung zum August 2022 wieder sämtliche externe Reinigungsverträge, die immer mit einer Laufzeit von vier Jahren ausgeschrieben werden, zu vergeben sind, soll die Grundreinigung fester Bestandteil in allen Verträgen werden. Das Geld für die ersten neun Grundreinigungen durch Spezialkolonnen ist im Wirtschaftsplan des städtischen Gebäudemanagements
berücksichtigt.