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Neuss: So wird Mobilität trotz Corona-Krise gesichert

ÖPNV in Neuss : Taxifirma zählt 50 Prozent weniger Fahrten

Corona: Trotz aller Einschränkungen soll die Mobilität weiterhin gewährleistet bleiben.

. Geschäfte sind geschlossen, die Straßen leer und die meisten Menschen haben ihre Arbeit ins „Home Office“ verlegt. Doch nicht jeder hat die Möglichkeit, seinen Job von zu Hause aus zu erledigen. Zudem verfügen längst nicht alle über ein Auto, um beispielsweise Arztbesuche zu machen oder wichtige Einkäufe zu erledigen. Heißt: Auch in der Corona-Krise muss ein gewisses Maß an Mobilität für die Bürger gewährleistet sein. „Es ist deutlich weniger als die Hälfte an Fahrgästen unterwegs als sonst“, sagt Stadtwerke-Sprecher Jürgen Scheer. Bereits vor rund zwei Wochen hatte das Unternehmen seinen Fahrplan leicht angepasst und ist seitdem im „Osterferien-Modus“. So sind die E-Wagen-Fahrten, die sonst vor allem für die Spitzen im Schülerverkehr relevant sind, ausgesetzt. Auch Nachtexpress-Fahrten und alle Sonderfahren können derzeit nicht stattfinden. Um sowohl Fahrer als auch Fahrgäste zu schützen, wurde der Einstieg in die Busse nach hinten verlegt. Ein Ticketkauf ist beim Fahrer somit nicht mehr möglich. Weitere Maßnahme: Mittlerweile können die meisten Bus-Türen automatisch geöffnet werden. Das Drücken eines entsprechenden Knopfes – und somit einer häufig betätigten Kontaktfläche – fällt seitdem weg.

Der ADAC rät, das Anliegen bei einer Taxibestellung kundzutun

Mehr potenzielle „Gefahrenherde“ gibt es für Taxifahrer. Denn: Es ist weiterhin – zumindest in der Theorie – erlaubt, mit einem vollbesetzten Pkw zu fahren. Ein entsprechender Sicherheitsabstand kann dabei unmöglich eingehalten werden. „Nach jedem Fahrgast wird desinfiziert“, sagt Hans-Josef Lenzen, Chef der Neusser Taxizentrale. Auch sein Unternehmen bekommt die Krise zu spüren. Rund 50 Prozent weniger Fahrten verzeichnet Lenzen. Darum sei aktuell pro Schicht nur noch ein Funker in der Zentrale, normalerweise sind es zwei. Hauptsächlich für Krankenfahrten würden seine Taxis derzeit genutzt. Der ADAC rät in diesem Fall dazu, schon bei der Taxibestellung das Anliegen kundzutun: So sollte zum Beispiel erläutert werden, dass man ausschließlich etwa wegen hohen Blutdrucks zum Arzt müsse, man aber kein Fieber habe und keinerlei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus bestünde. Auch die Eisenbahnverkehrsunternehmen sind von den Folgen der Pandemie betroffen und verzeichnen eine gestiegene Zahl von Krankheitsfällen und Mitarbeitern in Quarantäne. Die Eisenbahnverkehrsunternehmen haben daher gemeinsam mit den Aufgabenträgern einen Sonderfahrplan für den Schienenpersonennahverkehr in NRW erarbeitet. Wie die Regiobahn mitgeteilt hat, kann die wichtige S 28, die unter anderem Neuss und Düsseldorf verbindet, derzeit jedoch ohne Betriebseinschränkungen fahren. Es gelte weiterhin der „Sonderfahrplan Bild 2020“. Änderungen würden sofort online gestellt. Die Rheinbahn fährt bis zum 19. April montags bis samstags nach ihrem Samstagsfahrplan. Die Nachtexpress- und Disco-Linien fahren seit Montag nicht mehr.

Der Abendverkehr endet freitags und samstags wie an den regulären Werktagen Montag bis Donnerstag. Sonntags gilt der Sonntagsfahrplan. Die Fahrzeuge werden nach Angaben des Unternehmens jede Nacht im Betriebshof gereinigt. Eine Desinfizierung nach jedem Fahrgastwechsel sei „nicht praktikabel“. Darum sei jeder Gast angehalten, die Schutzmaßnahmen des Robert-Koch-Institutes, zum Beispiel ausreichender Sicherheitsabstand und intensive Handhygiene, zu berücksichtigen.