Die einzige in Neuss Aus dem Leben einer Beleghebamme

Nordstadt · Alina Bocognano ist die einzige ihrer Art, die in Neuss Geburten durchführt. Wie kam die 35-Jährige dazu?

 Freuen sich über die Hilfe von Alina Bocognano (r.): Gerrich und Janina Bonney (vo.), Hebamme Eva Gassen, Ärztin Margret Albiez (hi. v.l.).

Freuen sich über die Hilfe von Alina Bocognano (r.): Gerrich und Janina Bonney (vo.), Hebamme Eva Gassen, Ärztin Margret Albiez (hi. v.l.).

Foto: Augustinus-Gruppe

(jasi) Noch mit dem positiven Test in der Hand wird Schwangeren geraten, sich eine Hebamme zu suchen. Denn Hebammen sind begehrt – umso mehr, wenn eine Beleghebamme die werdende Familie nicht nur vor und nach der Geburt begleitet, sondern auch während der gesamten Entbindung. Alina Bocognano ist nun die einzige Beleghebamme, die in Neuss Geburten durchführt.

Nach ihrer Elternzeit ist Bocognano in ihren Beruf zurückgekehrt und hat sich einen Herzenswunsch erfüllt. Nach mehr als zehn Jahren als angestellte Hebamme im Kreißsaal des Johanna-Etienne-Krankenhauses arbeitet die 35-Jährige jetzt als freiberufliche Beleghebamme. Und bleibt dabei ihrer alten Wirkungsstätte treu, denn als einzige Hebamme hat sie einen Belegvertrag mit einem Neusser Krankenhaus geschlossen. Das heißt, sie begleitet die Geburten der von ihr betreuten Schwangeren im Krankenhaus an der Geulenstraße. Sie leiht sich dort sozusagen den Kreißsaal, das Geburtshilfeteam und die medizinischen Mittel.

Alternativ bietet Bocognano auch Hausgeburten an. Wenn es der Zustand des Kindes oder der Mutter erfordert oder sich die werdenden Eltern kurzfristig doch für eine Geburt im Kreißsaal entscheiden, fährt die Beleghebamme mit ihnen ins „Etienne“. Auch Janina Bonney, die in der 29. Woche schwanger ist und von Bocognano betreut wird, plant eine Hausgeburt. „Wir sind froh, dass Alina uns begleitet, wenn unser Sohn auf die Welt kommt. Und dass wir mit ihr in die Klinik gehen können, die sie sehr gut kennt, wenn etwas sein sollte“, sagt die Mönchengladbacherin.

„Eine Atmosphäre fast
wie bei einer Hausgeburt“

Im Moment wartet die freiberufliche Hebamme darauf, dass eine ihrer Schwangeren anruft und die erste Beleggeburt losgeht. Sie freut sich darauf, wieder mit dem ihr vertrauten Team eine Entbindung zu begleiten. „Ich wollte den Belegvertrag unbedingt mit dem ‚Etienne‘ schließen, weil ich dort das Team, die Abläufe und die Gepflogenheiten kenne. Die Geburtshilfe bietet den werdenden Familien eine ruhige und familiäre Atmosphäre – fast wie bei einer Hausgeburt“, sagt Bocognano. Sie führt aus: „Und gleichzeitig haben wir dort die medizinischen Möglichkeiten im Rücken, wenn wir sie brauchen. Für mich als Hebamme sind das sehr gute Voraussetzungen, um den Schwangeren und ihren Babys einen schönen Start ins Leben zu ermöglichen.“

Für die dreifache Mutter bedeutet die selbstständige Hebammentätigkeit, dass sie jederzeit abrufbar ist, wenn bei einer ihrer Schwangeren die Wehen einsetzen. Das funktioniert, weil ihre Frau ihr den Rücken freihält – und, weil die Hebamme für ihren Beruf brennt. „Ich wusste vom ersten Tag meiner Ausbildung an, dass ich das Richtige für mich gefunden habe.“

(jasi)