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Neuss: Sigmar Gabriel erhält Deuschen Rednerpreis im Dorint

Deutscher Rednerpreis : Sigmar Gabriel erhält Redner-Preis in Neuss

Der SPD-Politiker bekam in Neuss den Deutschen Rednerpreis überreicht – dabei wurde ausgeteilt.

Sigmar Gabriel ist am Sonntag 62 Jahre alt geworden. Ein ganz besonderes „Geburtstagsgeschenk“ nahm der frühere SPD-Vorsitzende und Vizekanzler bereits am Samstagabend im Dorint-Hotel in Neuss entgegen: Die German Speakers Association, der Berufsverband deutschsprachiger Redner, zeichnete den früheren Politiker mit dem Deutschen Rednerpreis 2021 aus. Die Laudatio hielt der frühere Chefredakteur der Bild-Zeitung, Kai Diekmann.

Die Feierstunde war geprägt von Witz und Intellekt, von Schlagfertigkeit und Ironie, kurz gesagt, sie war ein Genuss. „Gemeinsam durch wilde Zeiten“, lautete das Motto. Der Dalai Lama, Hans-Werner Sinn, Peer Steinbrück, Dieter Zetsche, Margot Käßmann, Roman Herzog, Helmut Markwort und Auma Obama gehören zu den bisherigen Preisträgern. Sabine Altena und Rolf Schmiel übernahmen die Moderation und unterhielten das Publikum mit ihren kleinen Seitenhieben auf den jeweils anderen: „Die eine Hälfte ist schlau, die andere schön“, sagte Schmiel. Die Retourkutsche kam prompt: „Wir wollten dich ja eigentlich von der Decke abseilen, aber das war wegen der Statik ein bisschen schwierig.“

Kai Diekmann gab dem zu Ehrenden folgendes zu verstehen: „Nicht immer hat uns so viel verbunden wie heute. Ich war Ihnen einst in herzlichster Abneigung zugetan.“ Er gab Gabriel-Zitate wie dieses zum Besten: „Wenn Angela Merkel das Richtige von uns abschreibt, wollen wir gerne auf die Quellenangabe verzichten.“ Oder: „Nur da, wo es anstrengend ist, ist das Leben.“ Der Laudator verriet, dass Vater Gabriel ein unverbesserlicher Nazi gewesen sei, die Mutter hingegen eine empathische Krankenschwester. Das Auditorium erfuhr unter anderem, dass Sigmar Gabriel einst Waschmaschinen und Kühlschränke für Quelle ausgeliefert hat. Und: „Er war der Erste in seiner Familie, der das Abitur machen durfte. Und er war auch der erste Ministerpräsident in seiner Familie. Der in Goslar lebende Gabriel scherzte: „Wenn ich die Hälfte von dem, was Sie gerade gesagt haben, von meiner Partei gehört hätte…“ Und er klagte augenzwinkernd: „Sie hätten mir vielleicht den Preis verleihen sollen, als ich noch im Job war.“ Er bezeichnete die Laudatio als „eine Art Täter-Opfer-Ausgleich“. Und er verriet, nie ein Rhetorik-Seminar besucht zu haben. Zudem bat er darum, die Laudatio halten zu dürfen, falls Kai Diekmann einmal der Deutsche Rednerpreis winken sollte.