Neuss: Schulwege auf dem Prüfstand

Maßnahmenkatalog in Neuss geplant : Sicherheit der Schulwege im Check

Die schwarz-grüne Koalition will ein Konzept für die Schulwege erarbeiten. Nun wird geklärt, welche Maßnahmen getroffen werden müssen.

Im Amt für Verkehrslenkung flattert dieser Tage eine Einladung auf den Tisch. Denn die Politiker im Schulausschuss möchten die zuständigen Mitarbeiter aus dem Rathaus im nächsten Jahr zu einem sensiblen Thema hören: der Sicherheit auf dem Schulweg. Die schwarz-grüne Koalition hat unter dem Motto „Sicher und eigenständig zur Schule“ vor, die bisherigen Maßnahmen auf den Prüfstand zu stellen. Das Ziel: ein Schulwegesicherheitskonzept. „Dafür wollen wir die Rahmenbedingungen schaffen“, sagt Stephanie Wellens (CDU).

Beim Schulwegesicherheitskonzept soll sich Neuss auch an Maßnahmen und Erfahrungen orientieren, die in anderen Städten gemacht werden. Schuldezernentin Christiane Zangs wies jüngst im Schulausschuss darauf hin, dass solche verkehrlichen Maßnahmen nicht Aufgabe der Schulverwaltung seien. Daher wird nun das Amt für Verkehrslenkung in den Ausschuss eingeladen.

Haltestelle für Elterntaxis
am Nordbad wird getestet

Auch weitere Gäste, zum Beispiel Vertreter der Polizei, sollen im Gremium gehört werden. „Allerdings muss man schon festhalten: Für die Sicherheit des Kindes auf dem Schulweg sind die Eltern verantwortlich“, betont Zangs. In Neuss werde in der Schulwegsicherungskommission bereits eine Menge getan, und zwar in enger Abstimmung mit den Schulen. Es geht also auch um die Frage, ob Neuss ein solches gesondertes Konzept überhaupt braucht – oder ob erforderliche Maßnahmen nicht ohnehin schon umgesetzt seien, auch wenn nicht „Schulwegsicherheitskonzept“ drauf stehe. Zumal ja bereits Maßnahmen getestet werden. Ein Beispiel ist die jüngst vorgestellte Haltestelle für „Elterntaxis“ am Nordbad. Ein Jahr lang soll das Projekt „Hol- und Bringdienst Leoschule“ zunächst laufen.

Solche Hol- und Bringzonen mit Abstand zu den Schuleingängen stehen auch auf der Vorschlagsliste der schwarz-grünen Koalition, die sie zusammen mit ihrem Antrag im Schulausschuss eingereicht hatte. Die Idee dahinter: Das rege Verkehrstreiben von den Schuleingängen weg zu verlagern, denn gerade zu Stoßzeiten kann vor den Schulen ein ganz schönes Chaos herrschen. Ebenfalls auf der Liste, die der Koalition von CDU und Grünen vorschwebt, steht eine Überprüfung der Zebrastreifen und Schulwegmarkierungen.

Zudem soll vor Schulen grundsätzlich höchstens Tempo 30 gelten und die Schaltung von Ampelphasen an Schulwegen verbessert werden. Und städtische Fahrzeuge sollen mit Abbiege-Assistenten nachgerüstet werden, zudem soll es mehr Aktionen geben, die für die Gefahr des „Toten Winkels“ sensibilisieren.

An Schulen soll es
mehr Radständer geben

Darüber hinaus sollen Radfahrschulungen an den weiterführenden Schulen durchgeführt werden, und es soll Fahrradsicherheitskontrollen geben. Außerdem soll es mehr Radständer an den Schulen geben. Die Idee: Die Fahrt zur Schule mit dem Rad soll so attraktiv wie möglich sein. Auch die Öffnung von Einbahnstraßen in Gegenrichtung soll für Radfahrer an Schulwegen daher mit in den Katalog genommen werden. Und es sollen verstärkt Anreize für Aktionen wie „Wir gehen gemeinsam zur Schule“ und Elternlotsendienste geschaffen werden.