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Neuss: Schützenzug "Aus Lust und Laune" baut Fackel für David Münch, der eine Weltreise macht

Überraschung für David Münch aus Neuss : Schützen ehren Welt-Umradler mit Fackel

Der 34-jährige David Münch wird beim Neusser Fackelzug als Pappmaché-Figur mitfahren.

Er weiß noch nichts davon, doch jetzt, kurz vor dem großen Neusser Heimatfest, wollen seine Schützenkameraden die Katze aus dem Sack lassen: David Münch wird am 24. August durch Neuss radeln. Aber wie soll das funktionieren, wo der 34-Jährige gerade mit seinem Rad die Welt umrundet und vor wenigen Tagen bei Facebook Fotos aus China veröffentlicht hat?

Ganz einfach: Die Jungs vom Schützenlust-Zug „Mit Lust und Laune“ widmen ihrem Freund in diesem Jahr eine eigene Fackel. „Aus’m Zelt in die weite Welt“ lautet das Motto. Auf dem Wagen ist eine Figur von David zu sehen, der in Schützen-Uniform auf seinem Fahrrad sitzt; im Hintergrund eine leuchtende Weltkugel, in die Davids Route eingezeichnet ist. Zudem wurden die ausgedruckten Köpfe der einzelnen Zugmitglieder auf die Fackel geklebt. An der Seite sind ihre einzelnen Unterschriften zu sehen.

Der Schützenzug besteht
aus 14 Mitgliedern

Verwendet wurden unter anderem die Materialien Holz, Hasendraht, Papier und Silberfolie. Zwischen 80 und 90 Arbeitsstunden stecken im Projekt. Immer mittwochs traf sich die Truppe in der Fackelbauhalle der Schützenlust am Gare du Neuss, um zu kleben, zu malen, zu tüfteln.

Ende Mai waren Davids Freunde auf die Idee gekommen. „Es ist die zweite Großfackel, die wir bauen. Die erste gab es letztes Jahr zum zehnjährigen Bestehen des Zuges“, sagt Richard Müller (32). Der Zug besteht aus 14 Mitgliedern. „Ein bunt zusammengewürfelter Haufen“, sagt die Truppe schmunzelnd. David ist bereits seit vier Jahren dabei.

Seit dem 1. Januar ist der mutige Neusser auf Weltreise mit seinem Fahrrad. Karge Wüstenlandschaften, verschneite Gebirgspässe und atemberaubende Metropolen ließ er bereits hinter sich. Egal, ob Österreich, Bulgarien, Iran, Himalaya oder Indien – bislang konnten David noch keine Widrigkeiten stoppen. Vor wenigen Woche knackte der 34-Jähige unter lautem Jubel seiner Freunde bereits die 10 000-Kilometer-Marke. Dass er sich vor seine Reise unter anderem ein Spezialfahrrad zulegte, das für lange Strecken geeignet ist, versteht sich von selbst – drei Jahre soll seine Tour insgesamt dauern. Dafür kündigte er sowohl Job als auch Wohnung.

Kontakt zu Familie und Schützenkameraden hält er unter anderem per Messenger. Dort schickt er regelmäßig Fotos und lässt seine Freunde so an seinem Abenteuer teilhaben. Ganz sorgenfrei sind die Jungs von „Mit Lust und Laune“ natürlich nicht in Anbetracht der zum Teil gefährlichen Ecken, die ihr Freund erkundet. „Durch seine offene Art kommt er aber überall zurecht“, sagt Philip Paller (33).

Einige Schrecksekunden musste David allerdings auf seiner Reise schon wegstecken. Im Iran wurde er zum Beispiel beim Geldwechseln übers Ohr gehauen und auf dem Weg zu einem der höchsten Pässe der Welt erwischte ihn ein Transporter beim Rückwärtsfahren.

Doch der 34-Jährige kam in beiden Fällen mit einem blauen Auge davon: Sein verlorenes Geld bekam er mit der Hilfe Einheimischer zurück – und beim Unfall im Himalaya bekam lediglich seine Fahrradtasche ein paar Kratzer ab. Glück gehört bei einem Abenteuer eben auch dazu. jasi