Neuss: Schüler der Comenius-Gesamtschule gedenken Anne Frank

Aktionstag in Neuss zum 90. Geburtstag : Comenius-Schüler nehmen an Anne-Frank-Gedenkaktion teil

Anlass ist der 90. Geburtstag des im KZ verstorbenen Mädchens.

Es gilt als Mahnmal gegen Rassismus und Antisemitismus, ein Zeitzeugnis der Verbrechen im Nationalsozialismus. Das wohl bekannteste Tagebuch verfasste Anne Frank – anlässlich ihres 90. Geburtstags haben sich auch Schüler der Comenius-Gesamtschule damit beschäftigt. Das jüdische Mädchen schrieb in diesem Buch ihrer imaginären Freundin Kitty, als sie sich mit ihrer Familie vor dem Naziregime in Amsterdam versteckte. Am 1. August 1944 vertraute sie sich zum letzten Mal Kitty an. Drei Tage später wurde sie verhaftet, gemeinsam mit den Eltern, der Schwester und vier weiteren Untergetauchten. 1945, im Alter von 15 Jahren, starb sie im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Der diesjährige Anne-Frank-Tag steht unter dem Thema ihrer Biografie.

40 000 Schüler nehmen bundesweit an der Aktion teil

An dem bundesweiten Aktionstag, organisiert vom Anne Frank Zentrum in Berlin, gegen Antisemitismus, Rassismus und für Demokratie an Schulen nehmen rund 40 000 Schüler aus 250 Schulen teil. Der Auftakt fand in Gütersloh statt, mit dem Zeitzeugen Pieter Kohnstamm. Er lebte als Kleinkind bis 1942 in direkter Nachbarschaft der Familie Frank in Amsterdam. Die Schulen beteiligen sich mit verschiedenen lokalen Aktionen. Sie recherchieren Stolperstein-Biografien, organisieren Diskussionen, Ausstellungen und Lesungen und führen Theaterstücke auf. Dabei stellt das Anne Frank Zentrum den Teilnehmern Lernmaterialien, wie die 16-seitige Anne-Frank-Zeitung, einen pädagogischen Leitfaden und eine großformatige Posteraustellung.

Diese Ausstellung ist auch in der Comenius-Gesamtschule zu sehen. Sie gehört zum Bündnis „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ und ist zum ersten Mal beim Aktionstag dabei. Mit der Ausstellung „Anne Frank 90“ stellen die Schüler der neunten Jahrgangsstufe Anne Franks Lebensgeschichte dar. Neben den Postern veranschaulichen weitere Materialien den Alltag der Jugendlichen. Darunter ein selbstgestaltetes Infoboard, das nachgebaute Haus, in dem sich Familie Frank versteckte, inklusive dem verschiebbaren Schrank, der den Eingang in das Versteck freigab sowie Originalmaterialien aus der Zeit, darunter: Fotografien der Hitlerjugend und ein Dokument zum „Nachweis der arischen Abstammung“. „Seit Februar arbeiten die Schüler an dieser Ausstellung“ erklärt Hatice Saygiki, die mit Evridiki Karagovni und Lehrerin Katharina Preusche das Projekt umgesetzt hat. „Die Neuntklässer sind auch im selben Alter wie Anne Frank damals war, sie waren sehr interessiert an ihrer Geschichte“ ergänzt Preusche.

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