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Neuss: Rheinpark-Center will mit Schwung aus der Corona-Krise

Einkaufszentrum in Neuss : Das Center meistert Krise

Im Rheinpark-Center hat die Kundenfrequenz wieder deutlich zugenommen und liegt auf dem Niveau der coronafreien Zeit des Vorjahres. Abzuwarten ist, was das für die Umsätze bedeutet und wie es mit Esprit weitergeht.

Von der Geisterstimmung, wie sie noch vor Monaten herrschte, ist im Rheinpark-Center nichts mehr zu spüren. Auch Geschäfte, die nicht zu sogenannten Grundversorgern zählen – zum Beispiel Bekleidungs-, Elektronik- und Spielzeug-Läden – sind längst wieder geöffnet. Center-Manager Anastasios Meliopoulos hat gleich zwei gute Nachrichten zu verkünden: Zum einen habe es keine coronabedingten Schließungen – also Pleiten – im Center gegeben („Unsere Mieter sind stabil“), zum anderen sei die Kundenfrequenz trotz Maskenpflicht und Abstandsregeln mittlerweile wieder vergleichbar mit der des Vorjahres. Ob sich das auch im Umsatz widerspiegelt, könne erst gesagt werden, wenn die Quartalszahlen vorliegen.

Ohnehin ist derzeit reichlich Bewegung an der Breslauer Straße. Dass in diesem Jahr der Discounter Aldi ins Center ziehen soll – auf die leerstehende Fläche neben Saturn – war bereits Anfang des Jahres verkündet worden, doch nun verriet Meliopoulos den voraussichtlichen Eröffnungstermin: Im September soll es soweit sein. Auf einer Fläche von rund 1700 Quadratmeter – diese wurde bereits an Aldi übergeben – wird der Discounter in Zukunft seine Ware anbieten.

Ein Fragezeichen steht allerdings hinter der Esprit-Filiale. Bundesweit sollen bis voraussichtlich Ende November dieses Jahres rund 50 Geschäfte geschlossen werden. Das hatte das Mode-Unternehmen jüngst mitgeteilt. Laut Meliopoulos sollen in naher Zukunft weitere Sondierungsgespräche mit Esprit geführt werden, um eine Lösung zu finden. „In der vergangenen Woche sah es noch gut aus“, sagt der Center-Manager. Eine Unternehmenssprecherin konnte eine positive Entwicklung der Esprit-Filialen auf Neusser Stadtgebiet jedoch noch nicht bestätigen.

Der Wegfall der einzigen Apotheke in dem Gebiet ist ein Problem

Ein weiteres Problemfeld, was es für die Verantwortlichen des Neusser Einkaufszentrums derzeit zu beackern gilt, ist der Wegfall der einzigen Apotheke in dem Gebiet. Der Mietvertrag war bereits zum 30. Juni dieses Jahres ausgelaufen und die Gespräche mit potenziellen Nachfolge-Nutzern laufen auf Hochtouren.

Der SPD-Stadtverordnete Michael Ziege hatte betont, dass durch den Wegfall der Apotheke eine „schwierige Versorgungssituation“ für die Anwohner in dem Bereich entstehen würde – vor allem für Senioren, die nicht mobil sind. Nach Angaben von Meliopoulos kann derzeit jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass statt einer neuen Apotheke auf der Fläche ein Modegeschäft oder Gastronomie eröffnen wird.

Der weitestgehend positive Trend aus dem Rheinpark-Center nach der Corona-Pause lässt sich nach Angaben von Jan Kaiser vom Handelsverband Nordrhein-Westfalen (Rheinland) nicht eindeutig auf die Innenstädte übertragen. Die Entwicklung sei stark von der Branche abhängig.

Während zum Beispiel Händler aus dem Textilbereich seit der Wiedereröffnung nach dem Corona-Lockdown lediglich rund 40 Prozent des Umsatzes aus dem Vorjahr verzeichnen, habe die Lebensmittelbranche die Zahlen zum Teil sogar noch steigern können. Lobende Worte findet Jan Kaiser für die unkomplizierte Ermöglichung des verkaufsoffenen Sonntags in Neuss, der für einige Händler – trotz Befürchtungen im Vorfeld – tatsächlich lohnenswert gewesen ist. „Die Genehmigung ist in anderen Städten wesentlich schwieriger“, sagt der Handels-Experte.