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Neuss: Minister Herbert Reul kommt zu einem "Tag für die Retter"

Kampagne „Für ein sicheres Deutschland“ : „Tag für die Retter“: Reul kommt

Ein Graffito soll um Respekt für die Arbeit der Rettungsdienste werben.

Respekt ist der Schlüsselbegriff einer Kampagne, die vor allem für mehr Wertschätzung gegenüber der Arbeit der Rettungsdienste und der Polizei wirbt. Dieser Begriff soll schon bald als Graffito die Wand eines Feuerwehrgerätehauses zieren und die Passanten erinnern, so formuliert es Stefan Meuter vom Verband der Feuerwehren im Rhein-Kreis, dass „Respekt eine tragende Säule unserer Gesellschaft ist. So wie der Rettungsdienst auch.“

Doch diesen Respekt lassen immer mehr Menschen vermissen, bedauert Landes-Innenminister Herbert Reul (CDU), der am kommenden Samstag, 7. September, nach Neuss kommt, um an einer Podiumsdiskussion teilzunehmen, die im Mittelpunkt eines „Tags für die Retter“ steht, den der Feuerwehrverband auf dem Gelände der Firma Janssen in Rosellen organisiert und zu dem sich schon rund 300 Einsatzkräfte angemeldet haben. Nach Angaben des Ministers reichen Kampagnen aber nicht, um das Problem der Gewalt gegen Einsatzkräfte zu lösen. Er wünscht sich vielmehr eine Welle, wie sie auch bei anderen Themen entstehen würde.

Die Respekt-Debatte wurde ausgelöst durch die im Mai vom Bundes-Innenministerium angestoßene Kampagne „Für ein sicheres Deutschland“. Der Verband der Feuerwehr im Rhein-Kreis nahm diesen Faden sofort auf, denn er wollte schon damals die ständigen Anfeindungen nicht mehr unkommentiert hinnehmen. „Wir möchten unsere Kräfte ermutigen, alle Vorfälle zu melden“, sagt dessen Vorsitzender Stefan Meuter mit Blick auf eine App, über die solche Übergriffe unmittelbar und leicht kommuniziert werden können.

Auch der Neusser Schützenkönig unterstützt die Kampagne

Jüngster prominenter Unterstützter der Kampagne ist Kurt Koenemann, seit einer Woche amtierender Neusser Schützenkönig. Der pensionierte Polizist, der seit einem Jahr ehrenamtlicher Stadtbeauftragter der Malteser ist, steht dem Phänomen zunehmender Gewalt noch ratlos gegenüber. „Ich weiß nicht, woher diese Gewalt kommt und habe auch kein Verständnis dafür. Die Einsatzkräfte wollen doch nur ihren Mitmenschen helfen“, sagt Koenemann. Er hat sich vorgenommen, in seinem Königsjahr immer wieder auf die Arbeit von Sanitätern, Feuerwehrkräften und Polizeibeamten und deren Wert für die Gesellschaft hinzuweisen. Anlass dazu geben ihm auch Rückmeldungen aus dem Helferkreis der Malteser. „Wir haben schon jetzt Mühe, Helfer zu rekrutieren“, sagt Koenemann, der befürchtet, dass sich dieses Problem noch verschärfen wird. Und zwar für alle Hilfsorganisationen.

Unterstützer der Kampagne ist auch Christoph Schade. Der 29-jährige Kulturpädagoge, der das Graffito für das Gerätehaus gestalten soll, arbeitet gerade an einem kleinen Prototyp davon für  die Diskussion am Samstag.

„Mit Graffiti machen wir auch die Jugendlichen auf die negativen Entwicklungen den Rettern gegenüber aufmerksam“, sagt Schade, der sich gesamtgesellschaftlich einen respektvolleren Umgang miteinander wünscht. Schade und Meuter rufen Schulen und Jugendgruppen auf, Respekt zu thematisieren und sagen jeder Initiative ihre Unterstützung zu.