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Neuss: Kampf gegen Gänse im Stadtgarten

Population in Neuss angestiegen : Verwaltung setzt auf Verbote

Die Population ist angestiegen, das stört vor allem regelmäßige Nutzer der Anlage.

(jasi) Wenn man in Neuss über das Thema Gänse spricht, dann wird wohl in den meisten Fällen das Naherholungsgebiet Jröne Meerke erwähnt. Schließlich sorgen die Tiere – und vor allem ihre Hinterlassenschaften – dort seit Jahren für Unmut. Doch auch im Stadtgarten sind Gänse zu finden – und zwar in diesem Jahr mehr als sonst. Wie die Stadt auf Nachfrage mitteilte, ist die Gesamtpopulation in dem Bereich mit circa 60 Tieren während der aktuellen Mauserzeit höher als im vergangenen Jahr (45 Tiere), der Bruterfolg sei allerdings nicht gestiegen.

Es hat aus der Bevölkerung bereits mehrere Beschwerden über die Gänse-Situation im Stadtgarten gegeben – unter anderem von Joggern, die die Strecke regelmäßig nutzen. Sie stören sich nicht nur am Kot der Tiere, der in diesem Jahr besonders häufig auftrete, sondern auch an der Tatsache, dass die Gänse Pflanzen anfressen und die Rasenflächen angreifen.

Gänse-Problem ist
seit 20 Jahren bekannt

Bereits seit knapp 20 Jahren führt der Zuwachs an Gänsen – insbesondere der Kanadagänse – zu Konflikten mit der Bevölkerung. Die Verwaltung versucht seit Langem durch verschiedene sogenannter Managementmaßnahmen die Konflikte zu entschärfen. So wurde zum Beispiel eine spezielle Reinigungsmaschine angeschafft, die nicht nur die Wege, sondern auch die Wiesen „absaugen“ kann.

„Untersuchungen von
Experten, unsere und die Erfahrungsberichte anderer Städte zeigen, dass Maßnahmen wie das Absammeln der Eier aus den Gelegen oder der Abschuss nur geringe Erfolge erzielen und diese auch nur durch einen extrem hohen personellen und
finanziellen Aufwand erzielt werden können“, erklärt die Stadt. Zudem gebe es viele Bürger, die die Gänse „nicht missen möchten“ oder sich sogar über gemähte Wiese beklagen, weil die Gänse dann nicht genügend Futter hätten. Keine Lösung, aber ein positiver Ausblick sei das baldige Ende der Mauserzeit (circa Mitte Juli). Wenn Alt- und Jungtiere wieder fliegen können, werde nämlich ein Großteil der Gänse auf Feldern und Wiesen im Umkreis auf Nahrungssuche gehen.

Kann ein generelles Fütterungsverbot helfen?

In dem Zusammenhang macht die Stadt darauf aufmerksam, dass alle Wasservögel nicht zusätzlich gefüttert werden dürfen. Das würde für sie nämlich ein „Umziehen“ unnötig machen, wodurch die Populationen künstlich anstiegen. Die Stadt hat deshalb ein generelles Fütterungsverbot erlassen und erhebt Bußgelder, wenn dagegen verstoßen wird. Darauf weisen auch neu aufgestellte Schilder hin – trotzdem werde das
Verbot noch häufig missachtet.

(jasi)