Neuss: Jörg Geerlings will, dass Neuss von Olympischen Spielen 2032 profitiert

Planungen für 2032 : Diskussion um Olympia in Neuss

Geht es nach Jörg Geerlings, soll sich Neuss an einer Bewerbung für Olympia beteiligen. Die Stadt ist skeptisch.

14 Städte bewerben sich unter der Dachmarke „Rhein Ruhr City 2032“ um die Austragung der Olympischen Spiele. Wenn es es nach Jörg Geerlings geht, soll auch Neuss davon profitieren. Der CDU-Landtagsabgeordnete hat deshalb den Initiator der Bewerbung, Michael Mronz, für Anfang September nach Neuss eingeladen. Im Dialog mit Sport, Wirtschaft und Politik soll erörtert werden, wie Neuss von den Olympischen Spielen profitieren kann. „Geht es nach der Rhein-Ruhr- City-2032-Initiative und der Landesregierung, die das Vorhaben unterstützt, dann sollen die Spiele finanziell nachhaltig und klimaneutral sein“, betont Geerlings. Mehr als 80 Prozent der benötigten Sportstätten seien bereits vorhanden und könnten nach den Spielen wieder wie bisher genutzt werden. Nordrhein-Westfalen will bei der Olympia-Bewerbung mit der Entwicklung eines modernen, umweltfreundlichen Verkehrssystems punkten.

Neuss wollte sich schon einmal für Olympia bewerben

„Ein Stück dieses großen Kuchens müssen auch wir in Neuss abbekommen“, fordert Geerlings. „Wenn Neuss dieses Mega-Event teilnahmslos an sich vorübergehen lässt, dann wird die Stadt deutlich unter Wert regiert. Es ist an der Zeit, dass die Stadt Neuss sich mit den Chancen der Olympia-Bewerbung auseinandersetzt und auch überlegt, wie sie sich daran beteiligen kann.“ Der Stadtverwaltung wirft er vor, bislang keine Initiative ergriffen zu haben, deshalb werde Geerlings jetzt selbst aktiv. Ein klarer Seitenhieb Richtung Bürgermeister Reiner Breuer! Die Stadt gibt an, die Initiative von Michael Mronz zwar mit großem Interesse zu verfolgen, man müsse allerdings realistisch überlegen, welche Neusser Sportstätten tatsächlich olympiatauglich sein könnten. Das sei bereits geprüft worden. „Aber unter nachhaltigen und klimaneutralen Gesichtspunkten betrachtet, muss man ganz klar sagen, dass sich in Nordrhein-Westfalen andere Sportstätten eher anbieten würden“, sagt Stadtsprecher Peter Fischer.

Darüber hinaus müsse man sehr viel Geld in die Hand nehmen, um Neusser Sportstätten olympiatauglich zu machen. Die Stadtverwaltung könne sich vorstellen als Trainingsstandort oder Schlafstätte für Athleten zu fungieren. Sollten Geerlings Pläne realisiert werden, wäre es nicht das erste Mal, dass Neuss bei einer Bewerbung als Olympia-Standort den Hut in den Ring wirft. Bereits Anfang der 2000er machte man mit dem Nachbar Düsseldorf gemeinsame Sache. Seinerzeit war der damalige Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin zu Gast bei den Olympischen Spiele in Sydney und beschloss kurz darauf: „Das können wir auch!“

Wenig später sagte der damalige NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement (damals noch SPD) seine Unterstützung zu, ebenso wie Sportminister Michael Vesper (Grüne). Anfang 2001 wurde die Olympia-GmbH gegründet. Diese sollte die Bewerbung professionell vorbereiten, die Stadt im besten Licht präsentieren und die Region zwischen Dortmund und Köln als sportbegeistert verkaufen. Und in Neuss: Dort sollten auf der Galopprennbahn Bogenschieß-Wettbewerbe stattfinden. Pfeil und Bogen, wo sonst Schützen schießen, sozusagen.

In Dormagen sollte zudem ein großes Schießsport-Zentrum gegründet werden. Das hätte allerdings neu gebaut werden müssen. Mit Düsseldorf gingen damals Frankfurt, Stuttgart, Hamburg und Leipzig ins Rennen.

Am Ende bekam Leipzig den Zuschlag als deutsche Bewerberstadt. Leipzig musste sich jedoch gegen internationale Städte wie New York, London oder Madrid durchsetzen. Die Olympischen Spiele gingen letztlich nach London.

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