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Neuss: In der Corona-Zeit gegen den Sanierungsstau an Schulen und Kitas

Handwerker in Neuss im Einsatz : Neuss unterstützt Handwerker

Anfallende Sanierungsarbeiten in Schulen, Kindertagestätten und Sportanlagen sollen jetzt abgearbeitet werden.

Die Stadt Neuss nutzt die Corona bedingte Schließung von Schulen, Kitas, Sportanlagen und sonstigen Einrichtungen, um den Sanierungsstau abzuarbeiten und das Handwerk zu unterstützen. Bürgermeister Reiner Breuer hat entschieden, durch eine befristete Flexibilisierung der vergaberechtlichen Bestimmungen notwendige Arbeiten kurzfristig zu beauftragen und abzuarbeiten. Dazu sind die sogenannten Wertgrenzen für freihändige Vergaben, zunächst befristet, auf 50 000 Euro angehoben worden. Das teilt Stadtsprecher Peter Fischer mit.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Kreishandwerkerschaft (KH) Niederrhein wegen wegbrechender Aufträge vor allem von Privatkunden Alarm geschlagen und an die Kommunen appelliert, Betriebe durch Auftragsvergaben zu unterstützen. KH-Hauptgeschäftsführer Marc Peters hatte betont, dass in zahlreichen Betrieben Existenzangst und die Sorge um Arbeitsplätze umgehe. „Handwerksbetriebe dürfen zwar weiter ihrer Arbeit nachgehen. Aber wir stellen fest, dass viele Kunden jetzt Aufträge verschieben“, sagte Peters. „Das bedeutet: Die Betriebe können nicht arbeiten, obwohl sie arbeiten wollen und dürfen. Laufende Kosten – zum Beispiel Gehälter – bleiben aber bestehen.“ Nicht jede versprochene staatliche Hilfe greife in dieser Situation.

Die Malerarbeiten an der
Grundschule haben begonnen

Rückendeckung gibt es von der Stadt Neuss. „Die Aufträge an die Handwerksfirmen bleiben bestehen, die Vertragserfüllung ist durch die Corona-Pandemie derzeit noch nicht gefährdet“, stellt Fischer klar. Denn die Landesregierung hat am 22. März zwar ein weitreichendes Kontaktverbot für NRW per Rechtsverordnung erlassen. Zusammenkünfte und Ansammlungen in der Öffentlichkeit von mehr als zwei Personen sind untersagt. „Ausgenommen sind aber unter anderem zwingend notwendige Zusammenkünfte aus geschäftlichen, beruflichen und dienstlichen Gründen – etwa der Aufenthalt auf der Baustelle zur Bauüberwachung“, erklärt Fischer. „Handwerker und Dienstleister können ihrer Tätigkeit mit Vorkehrungen zum Schutz vor Infektionen weiterhin nachgehen.“ Das Gebäudemanagement (GMN) stimmt die entsprechenden Maßnahmen mit den Firmen ab.

Die Arbeiten laufen bereits. „Firmen, die für Bauunterhaltungsmaßnahmen über Jahreszeitverträge beauftragt sind, haben bereits und werden vermehrt Aufträge erhalten“, betont Fischer. Zwar seien einige Firmen noch ausgelastet, sollten Kapazitäten frei werden, könnten aber weitere Leistungen beauftragt werden. Das GMN habe zudem in der vergangenen Woche bereits kurzfristig abzuarbeitende Bedarfe an Malerarbeiten in Schulen zusammengestellt. „Hier läuft bereits die Umsetzung mit der Besetzung der neu eingerichteten Werkstatt des GMN – derzeit zwei Mitarbeiter, perspektivisch sechs – und dem jeweiligen Hausmeister der Schule“, erklärt Fischer. An der Albert-Schweitzer-Grundschule sind Dach- und Malerarbeiten begonnen worden, in der nächsten Woche soll die Janusz-Korczak-Gesamtschule folgen.

Malerarbeiten sind an weiteren zehn Standorten geplant. Die Firmen arbeiten zum Beispiel an der Gebrüder-Grimm-Schule (Malerarbeiten in der Turnhalle), der Gesamtschule an der Erft (Maler- und Fliesenarbeiten), der Pestalozzischule (Bodenbelagsarbeiten) sowie der Sekundarschule Neuss (Bodenbelagsarbeiten).