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Neuss: Händler in Neuss in Sorge wegen Coronavirus

Schließungen und Kontrollen : In Neusser Geschäften herrscht derzeit Geisterstimmung

Spiel- und Bolzplätze sind dicht. Restaurants schließen um 15 Uhr.

Um 9.30 Uhr stehen Mitarbeiter vom Möbelhaus Höffner vor dem Personaleingang und rauchen. Was sie an diesem Morgen vereint, ist die Ungewissheit. „Wir wissen nicht, ob wir gleich öffnen werden“, sagt eine Frau. Vor den Ein- und Ausgängen wurden Schilder platziert, mit denen Kunden darauf hingewiesen werden, dass das Möbelhaus ab diesem Dienstag vorerst geschlossen bleibt. Um kurz nach 10 Uhr werden die Türen dann trotzdem geöffnet. „Aber wohl nur noch für heute“, sagt eine Mitarbeiterin.

Im Rheinpark-Center herrscht Geisterstimmung. Die bereits angekündigten Maßnahmen wurden mittlerweile umgesetzt: Alle Läden, die nicht zu sogenannten Grundversorgern zählen – zum Beispiel Bekleidungs-, Elektronik- und Spielzeug-Geschäfte – sind dicht. Nur der Haupteingang ist geöffnet.

Im Spezialitätengeschäft „Wajos“ steht Stefan Schöneborn besorgt hinter der Theke. „Eigentlich würde ich lieber schließen“, sagt er. Das Problem: Sein Geschäft zählt zu den Grundversorgern – „somit würde ich keine Entschädigung bekommen“. Wegen der starken Einschränkungen im Rheinpark-Center rechne er allerdings mit starken Umsatzeinbußen: „Ich beschäftige acht bis zehn Mitarbeiter, die kann ich doch nicht einfach entlassen.“

Im Restaurantbereich des Rheinpark-Centers erleben Kunden seit Dienstag ein absolutes Novum: Wer dort Burger, Döner, Baguette und Co. kaufen möchte, muss sich mit seinen Kontaktdaten registrieren lassen, also unter anderem mit Name, Adresse und Telefonnummer. Zudem muss an den Tischen ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden.

Ordnungsamt kontrolliert
die Einhaltung des Erlasses

In der Innenstadt musste man am Dienstag nicht unbedingt auf die Idee kommen, dass eine Pandemie ausgebrochen ist. Dort hatten sämtliche Geschäfte geöffnet, egal ob Grundversorger oder nicht. Doch wie Ordnungsdezernent Holger Lachmann mitteilte, werden auch dort die neuen Vorgaben der Landesregierung zu Geschäften zeitnah umgesetzt. „Geschäfte der Grundversorgung bleiben weiterhin geöffnet“, so Lachmann. Aufgrund des neuen Erlasses hat die Stadt damit begonnen, die städtischen Spiel- und Bolzplätze, die von Gruppen als Treffpunkte genutzt werden, schnellstmöglich zu schließen. Diesbezüglich machte das Ordnungsamt am Dienstag erste Kontrollen.

Besondere Maßnahmen hat auch die Neusser Feuerwehr ergriffen. Seit rund anderthalb Wochen ist die Hauptwache für Externe gesperrt. Zudem wurde der gesamte Übungs- und Ausbildungsdienst eingestellt. Seit Montag wird sichergestellt, dass nur die Kräfte Kontakt zueinander haben, die sich bei Einsätzen ein Fahrzeug teilen. So sieht es auch bei der Polizei aus. Besprechungen wurden auf ein notwendiges Maß reduziert. Fortbildungen finden nicht statt.