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Neuss: Guido Assmann, Oberpfarrer an St. Quirin, wechselt als Domprobst nach Köln

Guido Assmann verlässt Neuss : Assmann wird Dompropst in Köln

Das Kölner Domkapitel hat Monsignore Guido Assmann zu seinem Vorsitzenden gewählt. Die Amtseinführung soll am 20. September stattfinden. Der Kreisdechant und Pfarrer in Neuss muss bis dahin viele Angelegenheiten regeln.

Das Kölner Metropolitankapitel bekommt einen neuen Vorsitzenden: Monsignore Guido Assmann, Oberpfarrer an St. Quirin und in Personalunion seit 13 Jahren Kreisdechant, wechselt als Dompropst nach Köln, wo er Nachfolger von Prälat Gerd Bachner wird. Das elfköpfige Domkapitel unter dem Vorsitz des aus Neuss stammenden Domdechanten Robert Kleine legte sich in geheimer Wahl in einer Sondersitzung auf Assmann fest. Die Bestätigung der Wahl durch den Kölner Erzbischof ist erfolgt, als Datum für die Amtseinführung wird der 20. September genannt.

Assmann macht noch
viele Baustellen aus

Das gibt Assmann Zeit, sein Haus zu bestellen. „Ich hätte gerne die vier Gemeinden des Seelsorgebereiches Neuss-Mitte noch weiter zusammengeführt“, sagt Assmann, der noch viele andere – im wahrsten Sinne des Wortes – Baustellen ausmacht. Die Sanierung der St. Sebastianuskirche und der Kirche Heilige Dreikönige läuft, St. Quirin braucht eine neue Sakristei und St. Pius eine neue Heizung. Zudem muss für die Kirche St. Barbara ein neues Nutzungskonzept gefunden werden. Fast noch dringlicher aber sind die „Baustellen“ in der Pastoral, auf denen Assmann als Kreisdechant mit gefordert ist. Die größte davon: Die Stelle des leitenden Pfarrers im Sendungsraum Neusser Süden ist vakant. Sollte sich bis zu Assmanns Wechsel kein Nachfolger für ihn gefunden haben, stünden für die 16 katholischen Gemeinden in Neuss mit Heinz Günther Korr und Michael Tewes nur leitende Pfarrer zur Verfügung. Assmann, der in Neuss die mittelalterliche Quirinus-Wallfahrt wiederbelebt hat, betont, dass er gerne Pastor in Neuss und gerne geblieben wäre, so wie er vor 2007 gerne Pfarrer im Seelsorgeverbund Dormagen-Süd gewesen sei. Aber die Wahl, die für ihn völlig überraschend gekommen sei, habe er nicht ablehnen können. „Das ist ein Amt, das ich so nicht kenne“, sagt er. Zudem ist der Dom, wo er selbst 1990 die Priesterweihe empfing, „der geistliche Mittelpunkt unseres Erzbistums“.

Entsprechend groß ist das öffentliche Interesse am jeweiligen Amtsträger auf diesem prestigeträchtigen Posten. Die Frage: „Wer wird das neue Gesicht des Kölner Doms?“ wird in den Medien der Millionenmetropole am Rhein schon seit Wochen diskutiert, zumal erwartet wird, dass der künftige Kurs der katholischen Kirche in Köln durch diese Personalie eine neue Prägung bekommen dürfte. Fest steht, dass Assmann in große Fußstapfen treten wird. Sein Amtsvorgänger Gerd Bachner hat in seiner nur fünfjährigen Amtszeit durch einige auch öffentlichkeitswirksame Projekte Akzente gesetzt – und das Amt des Domschweizers erstmals für Frauen geöffnet. Mit Dienstantritt als Domprobst dürfte Assmann seine letzte Dienststellung gefunden haben. Die Regel ist, dass der Amtsinhaber bis zu seinem Dienstende mit 75 auf dem Posten bleibt. „Wir freuen uns über das Ergebnis“, sagt Domdechant Robert Kleine, der die Wahl geleitete hatte. Er lobt Assmann als volksnahen Seelsorger, der auch Verwaltungserfahrung mitbringe und Manager-Qualitäten gezeigt habe.

Dienstvorgesetzter für
rund 120 Mitarbeiter

All das wird Assmann brauchen. Als Dompropst steht er dem Domkapitel vor und vertritt in dieser Eigenschaft das Weltkulturerbe Kölner Dom, der eine eigene juristische Person ist und „sich selbst gehört“, nach außen. Der Probst trägt die Verantwortung für alle Angelegenheiten des Metropolitankapitels und ist Dienstvorgesetzter für rund 120 Mitarbeiter etwa in der Dombauhütte. Mit den im Domkapitel zusammengeschlossenen Diözesangeistlichen wird Assmann auch für die Seelsorge im Hohen Dom zu Köln verantwortlich sein. Als Propst vertritt er den ebenfalls zum Domkapitel gehörenden Domdechanten Robert Kleine, der bis zu Assmanns Amtseinführung die Geschäfte führt. Assmann ist der dritte Domprobst der jüngeren Vergangenheit mit starken Neuss-Bezügen. Andere waren Heinz Werner Ketzer, Dompropst von 1978-1984, der als Pfarrer an der Kirche Heilige Dreikönige unvergessen ist, und Norbert Feldhoff (2004-2015), der Kaplan in Neuss und Stadtjugendseelsorger war, bevor er 1969 ins Generalvikariat wechselte.