Neuss: Geschwisterkinder als "Detektive" - Polizei schnappt Dieb

Festnahme in Neuss : Junge „Detektive“ melden Fahrraddieb

Die zehn und zwölf Jahre alten Kinder haben zur Verhaftung beigetragen.

Ein Neusser Geschwisterpaar hat dafür gesorgt, dass die Polizei einen mit Vorführungshaftbefehl gesuchten Mann dingfest machen konnte. Die zehn und zwölf Jahre alten Kinder hatten am Samstag beobachtet, wie ein bis dato unbekannter Mann an der Oberstraße das Schloss eines Fahrrades knackte. Das teilt die Polizei mit.

Nachdem das Fahrradschloss geknackt war, schwang sich der vermeintliche Dieb auf den Sattel und trat in die Pedale. Die beiden „Detektive“ entdeckten eine Polizeistreife und schilderten den Beamten ihre Beobachtung. Anhand der außerordentlich guten Personenbeschreibung dauerte es auch nicht lange, bis die Polizisten den Verdächtigen samt Trekkingbike stellen konnten.

Der 48-Jährige war kein Unbekannter und wurde festgenommen. Gegen ihn lag wegen gleich gelagerter Delikte ein Vorführungshaftbefehl der Staatsanwaltschaft Düsseldorf vor. Ein Haftrichter schickte den geständigen Mann am Sonntagvormittag in Untersuchungshaft. Das entwendete Trekkingbike des Herstellers „Bulls“ konnte mittlerweile seinem rechtmäßigen Eigentümer zugeordnet werden. Dieser hatte, als er den Diebstahl seines Bikes bemerkt hatte, am Montag online eine Anzeige erstattet. Dank der aufmerksamen Kinder wird sich der Eigentümer laut Polizeimitteilung freuen, wenn ihm das Fahrrad wieder ausgehändigt werden kann.

Das Fahrrad konnte seinem Besitzer zugeordnet werden

Die Polizei betont, dass der Sachverhalt zeigt, wie wichtig aufmerksame Passanten sein können. Die Beamten gehen mit zivilen und uniformierten Streifen gegen Straftaten vor – doch die Polizei kann nicht überall sein. Das aufmerksame Verhalten des Geschwisterpaares und der sofortige Kontakt mit der Polizei hat in diesem Fall die Festnahme des Tatverdächtigen und weitere Ermittlungen ermöglicht.

Die Polizei ruft daher weiterhin dazu auf, bei verdächtigen Beobachtungen sofort den Notruf (110) zu wählen und das Geschehen so genau wie möglich zu schildern. Niemand muss sich hierbei selbst in Gefahr bringen. Red

(NGZ)
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