Neuss: Gedenken - 100 Schüler verlegen „Stolpersteine“ am Büchel

Neuss: Gedenken - 100 Schüler verlegen „Stolpersteine“ am Büchel

Vor dem Wohn- und Geschäftshaus Nummer 5 wird an eine Neusser Kaufmannsfamilie erinnert.

Neuss. Die nächste vom Neusser Stadtarchiv begleitete Verlegung von "Stolpersteinen" in Neuss erfolgt am kommenden Montag um 11Uhr am Büchel 5. Mit den Messingsteinen auf dem Gehweg vor den Häusern wird jener Menschen gedacht, die dort ihren letzten frei gewählten Wohnort hatten, bevor sie der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zum Opfer fielen.

Die vom Kölner Künstler Gunter Demnig geschaffenen und eigenhändig verlegten "Stolpersteine", die von Sponsoren finanziert werden, halten auch im Neusser Stadtbild seit 2005 die Erinnerung an diese Bürger weiter lebendig. Sie geben lediglich die knappen Hinweise auf Namen, Geburtsjahr, Todesjahr und -ort der Opfer und sollen damit die Passanten gedanklich über menschliche Schicksale in ihrer Stadt "stolpern" lassen.

Vor dem Wohn- und Geschäftshaus am Büchel 5 wird an den alteingesessenen Neusser Kaufmann Emil Lehmann (Jahrgang 1865), seine Tochter Marianne Hirsch (Jahrgang 1904) und seine Enkelin Ruth Hirsch (Jahrgang 1937) erinnert, die dort bis zu ihrer Deportation 1941 beziehungsweise 1942 lebten und arbeiteten.

An dieser Verlegung werden auch etwa 100 Schüler der Janusz-Korczak-Gesamtschule sowie die Initiative "Frauen helfen Frauen" teilnehmen. Sie haben gemeinsam die Patenschaften für die drei Stolpersteine übernommen haben.

Anschließend erfolgen weitere Verlegungen am Hamtorwall 44 (Lina Winter) und an der Kanalstraße 65 (Leonhard, Ida und Richard Kaufmann), die von einzelnen Neusser Privatpersonen gesponsort werden.

In den vergangenen Jahren wurden in Neuss an 14unterschiedlichen Standorten im Stadtgebiet insgesamt 38 Stolpersteine verlegt. Eine Aufstellung der Verlegeorte und der Namen der Opfer findet sich auf der Internet-Seite des Stadtarchivs. Dort finden sich auch einzelne Informationsblätter als pdf-Dateien, auf denen mit knappen Texten und ergänzendem Bildmaterial die Schicksale der Opfer beschrieben werden.

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