Neuss: Erster Erfolg für die Rad-Detektive

Neuss: Erster Erfolg für die Rad-Detektive

Trotz Einbahnregelung dürfen Radler jetzt entgegen der Fahrtrichtung durch die Sternstraße fahren.

Neuss. Es war zwar nicht erlaubt, aber es wurde trotzdem gemacht. Ganze Generationen von Schülern und Erwachsene sind über Jahre durch die Sternstraße geradelt - verbotenerweise, wenn sie von der Einmündung Hesemannstraße in Richtung Drususallee unterwegs waren.

Jetzt dürfen sie alle ganz legal nicht nur gemäß der Fahrtrichtung durch die Einbahnstraße fahren, sondern auch entgegen. Weiße Markierungen auf der Fahrbahn und eine neue Beschilderung weisen darauf hin, dass die Sternstraße die 25.Einbahnstraße in Neuss ist, auf der Radfahrer in beiden Richtungen unterwegs sein dürfen.

Möglich wurde dies durch ein Projekt der Stadt und des Quirinus-Gymnasiums. Im Sommer vergangenen Jahres erkundeten 25 Rad-Detektive das Neusser Radwegenetz auf Lücken und Mängel. "Die Schüler haben zum einen ihren Schulweg überprüft, aber auch ihr Wohnumfeld", sagt Lehrer Wolfram Schmutzler, der das Projekt betreute.

In fünf Gruppen strömten die Jugendlichen aus, untersucht wurden Radwege in der Innenstadt, Uedesheim, Schlicherum, der Furth und dem Dreikönigenviertel samt Jülicher Straße. "Wir haben zum Beispiel auf Verkehrssymbole geachtet", erzählt Tim Winter (14), der damals an dem Projekt beteiligt war. "In Sellerheide sind wir zum Beispiel auf eine total widersprüchliche Beschilderung gestoßen", erzählt er.

"Diese kleineren Mängel haben wir sofort behoben", sagt Norbert Jurczyk, Leiter der Abteilung Verkehrslenkung der Stadt. "Mal waren es Verkehrssymbole, die fehlten, oder es waren Radwege, die zugewuchert waren."

Die Erlaubnis für Radfahrer, auch entgegen der Fahrtrichtung durch die Sternstraße zu radeln, ist der erste nennenswerte Erfolg der Aktion. Rund 500 Euro investierte die Stadt in die Markierung und die neue Beschilderung an der Sternstraße.

"Es gibt noch weitere Lücken im Radwegenetz, die von den Detektiven bemängelt wurden", sagt Jurczyk und zählt auf: "Bedarf gibt es noch bei der Rheinfährstraße in Uedesheim, der Rheydter Straße oder dem fehlenden Teilstück zwischen Jülicher Straße und Friedrich-Ebert-Platz."

All diese Maßnahmen sollen im Laufe des Jahres abgeschlossen sein. "Langfristig muss man auch über die Bonner Straße und den Bereich am Deich nachdenken. Da sind wir bei den Kosten aber im sechs- oder siebenstelligen Bereich. Und die Kölner Straße ist ziemlich marode", berichtet Jurczyk. Viel Arbeit, die auf den passionierten Radfahrer wartet.

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