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Neuss: City-Parkhaus denkt über Zukunft des Tranktorparkhauses nach

City-Parkhaus GmbH Neuss : Tranktor nur für Parken zu wertvoll

Über die Zukunft des City-Parkhauses wird diskutiert, vorerst aber in mehr Services investiert.

Die neu in Schwung gekommene Debatte über eine Umgestaltung der Hessentorkreuzung und vor allem eine attraktivere Nutzung des Wendersplatzes hat bei der City-Parkhaus GmbH erste Überlegungen über die Zukunft des Tranktorparkhauses in Gang gesetzt. Eine Option: der Rückbau dieser über 40 Jahre alten Garage. Für Parken allein sei die Fläche am östlichen Innenstadtrand eigentlich zu wertvoll, sagt Geschäftsführer Dirk Reimann. Man könnte auf der Fläche etwas Tolles machen – erst Recht, wenn gegenüber auf dem Wendersplatz Neues entsteht.

Aber: Das muss sich in erster Linie rechen. Das „Tranktor“ ist das einzige der vier von der City-Parkhaus GmbH betriebenen Parkhäuser, das diesem Tochterunternehmen des Neusser Bauvereins auch gehört. Aber ersatzlos darauf zu verzichten, geht nicht. Neben vertraglichen Verpflichtungen – die AOK und die ebenfalls benachbarte Kreisverwaltung haben dauerhaft Stellfläche in dem Haus angemietet, das auch für das Landestheater wichtig ist — geht es auch um die Bilanzen der City-Parkhaus GmbH selbst. Denn Rückbau und Neubau – unter Umständen mit neuen Stellflächen – würden mindestens 30 Monate dauern, hat Reimann mal überschlagen.

Geld zu verschenken hat das Unternehmen aber nicht, das seit etwas mehr als drei Monaten eine neue Tarifstruktur anbietet. Auf Vorschlag von Bürgermister Reiner Breuer und mit Zustimmung der Politik ist seitdem die erste Stunde Parken in allen vier Parkhäusern des Unternehmens kostenfrei. „Der Kernumsatz machen wir aber in der erste Stunde“, sagt Reimann. Mit der Neuregelung, von Breuer mit dem Argument durchgesetzt, die Parkhäuser im Vergleich mit den „Laternenparkplätzen“ in der City attraktiver zu machen und so den Parksuchverkehr einzudämmen, verliere sein Unternehmen Geld, sagt Reimann. Wie viel, das glaubt er den Mitglieder des Beteiligungsausschusses mit einem halben Jahr Praxiserfahrung im Dezember seriös darstellen zu können.

Mit dem neu gestaffelten Tarif gelang offenbar nicht auf Anhieb ein Volltreffer. Nach der Einführung im Juni gingen nicht nur die Erlöse zurück, sondern auch die Zahl der Einfahrten nahm ab – um 4000 im Vergleich zum Vorjahr. Im Juli kehrte sich der Trend ins Positive (10 000 Einfahrten mehr), und das blieb auch im August so (plus 6000). Mehr Geld verdiente die City-Parkhaus trotzdem nicht.

Der Gang zum Kassenautomaten vor der Ausfahrt erübrigt sich

Mit dem Bericht im Dezember wird damit auch die Frage aufgerufen, wer die Differenz trägt. Eine interne Quer-Subventionierung mit Mitteln, die für Unterhaltsmaßnahmen in den Wirtschaftsplan eingepreist sind, hat das Unternehmen schon ausgeschlossen. Das, sagt Reimann, wäre auch das völlig falsche Signal.

Zunehmende Zahlen bei den Einfahrten könnten aber ein Indiz dafür sein, dass die Idee hinter der Tarifumstellung Zukunft haben kann. Diesen Effekt soll die Einführung des digitalen Parkens verstärken. Ab Oktober bietet die Firma Evopark, hinter der als Mehrheitseigentümer die Mönchengladbacher Firma Scheidt &  Bachmann steht, als Partner der Neusser Gesellschaft einen Service an, dessen Vorteile Reimann in der Formel zusammenfasst: „Nie wieder Automat“. Denn wer sich für das digitale Parken registrieren lässt, bekommt für sein Auto eine Karte, die eine Antenne bei Ein- und Ausfahrt erkennt – und automatisch die Schranke öffnet. Der Gang zum Kassenautomaten vor der Ausfahrt erübrigt sich. Abgerechnet wird am Monatsende, und zwar um jeweils gültigen Tarif. Dieses Modell wird zunächst drei Jahre lang getestet.