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Neuss: CDU will Wildgänse im Stadtgarten mit Falken bekämpfen

Neuss : Falken sollen Wildgänse verjagen

CDU bringt alte Idee für das Jröne Meerke für den Stadtgarten ins Spiel.

Der von Bürgermeister Rainer Breuer (SPD) vorgeschlagene Abschuss der Wildgänse im Stadtgarten spaltet derzeit die Meinungen – sogar innerhalb der Neusser Parteien. Jüngstes Beispiel: Während sich die CDU-Fraktionsvorsitzende Helga Koenemann für einen Abschuss der Tiere ausspricht, gibt Bürgermeister-Kandidat Jan-Philipp Büchler auf Nachfrage an, nichts von dieser Methode zu halten. Sollte eine Entnahme der Eier nichts bringen, solle man versuchen, die Wildgänse mit einem Falken zu ­verjagen.

Das funktioniert in der Theorie wie folgt: Der Greifvogel wird zunächst im jeweiligen Einsatzgebiet angesiedelt und soll dort für den sonst natürlicherweise vorherrschenden Feinddruck sorgen. Es wird sozusagen simuliert, dass es sich jetzt um das Gebiet des Greifvogels handelt. Sobald die Wildgänse diesen „Machtwechsel“ realisieren, ziehen sie sich zurück.

Breuer wollte Greifvogel
einst für das Jröne Meerke

Die Idee ist allerdings nicht neu. Bereits im Oktober 2018 brachte Bürgermeister Breuer eine solche Methode für das Jröne Meerke ins Spiel, machte sogar einen Ortstermin bei einem Falkner in Düsseldorf-Angermund. Knapp ein Jahr später ließ der Rhein-Kreis Neuss dann eine andere Methode prüfen: die Bejagung der Gänse durch einen Fuchs. Weder die städtische noch die Kreis-Idee sollte sich jedoch durchsetzen. Für den Abschuss der Wildtiere im Stadtgarten hat die Stadt nach Angaben des Rhein-Kreises noch keinen entsprechenden Antrag bei der Unteren Jagdbehörde gestellt. „Anders als im Jröne Meerke muss sie das im Stadtgarten auch nicht, weil es dort keine Befriedet-Erklärung gibt“, erklärt Kreissprecher Benjamin Josephs. Eine entsprechende Maßnahme müsse lediglich in Absprache mit dem zuständigen Jagdpächter erfolgen.

Hohe Bußgelder drohen
bei Fütterung der Gänse

Zum Thema Stadtgarten hat die CDU am Montagabend Bürger zur Diskussion in die Trafostation geladen. Dort wurde nicht nur über die Problematik mit den Wildgänsen, deren Kot Wiesen und Gehwege verschmutzt, gesprochen, sondern auch über das Thema Müll.

Eine Frau gab bei dem Termin an, schon seit Jahren mit einem umgebauten Rollwagen Müll in der Grünanlage einzusammeln, um selbst für eine Verbesserung der Situation zu sorgen.

Zum Thema Sauberkeit im Neusser Stadtgarten hatte Breuer vergangene Woche eine Reihe an Maßnahmen angekündigt. Darüber hinaus drohte der Verwaltungschef bei Verstößen gegen das Fütterungsverbot bei Wildtieren mit „hohen Bußgeldern“.