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Neuss: CDU kritisiert Stadt wegen Umgang mit MaximNoise

Diskussion in Neuss : CDU fordert Distanzierung der Stadt von Sänger MaximNoise

Max Jäger (MaximNoise) hatte Xavier Naidoo in Schutz genommen.

. Wenige Tage nach der Kritik am Neusser Musiker Max Jäger (MaximNoise), meldet sich nun die CDU zu Wort. „Ich halte seitens der Stadt eine klare Distanzierung von MaximNoise für notwendig“, sagt der CDU-Bürgermeisterkandidat Jan-Philipp Büchler. Die Stadtverwaltung, für die MaximNoise unter anderem ein Werbevideo produzierte, hatte sich bislang auf Nachfrage lediglich „etwas irritiert“ gezeigt. Doch auch die Neusser SPD geht auf Distanz zu Jäger: „Sein Statement war unglücklich – freundlich ausgedrückt“, sagt Parteivorsitzender Sascha Karbowiak. Beim Politischen Aschermittwoch der SPD hatte MaximNoise noch in der ersten Reihe gesessen.

Hintergrund der hitzigen Diskussion sind unterstützende Worte von MaximNoise auf der Instagram-Seite des Sängers Xavier Naidoo. Letzterer war jüngst vom Sender RTL aus der „DSDS“-Jury geworfen worden, nachdem Videos von ihm aus dem Jahr 2018 öffentlich wurden, die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren. In einem Clip singt Naidoo unter anderem die Passage: „Ich hab’ fast alle Menschen lieb, aber was, wenn fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt?“ Für solche Sätze – die von vielen als fremdenfeindlich eingestuft wurden – erntete der Sänger scharfe Kritik. In einem Rechtfertigungs-Schreiben bei Instagram blieb der Sänger zudem eine Erklärung schuldig, wie er Passagen wie „Weit und breit ist hier kein Mann, der das Land noch retten kann. Hauptsache es ist politisch korrekt, auch wenn ihr daran verreckt“ denn tatsächlich gemeint hat.

Der Neusser vermutet, Aussagen sind aus dem Kontext gerissen

MaximNoise nahm den Sänger jedoch öffentlich in Schutz. Unter anderem mit den Worten: „Wer Dir ernsthaft Fremdenhass und Rassismus vorwirft, dem ist nicht mehr zu helfen.“ Auf Nachfrage wollte Jäger auch nicht ausschließen, dass die umstrittenen Zeilen von Naidoo aus dem Kontext gerissen wurden: „Was man nicht weiß, ist, woher diese kurzen Videoausschnitte, aus denen zitiert wird, stammen. In welchem Zusammenhang sind sie entstanden? Sind es etwa Songnotizen, die erst im Gesamtkontext Sinn machen? Es handelt sich hierbei nicht um ein fertiges Musikstück oder Video, das offiziell von Xavier Naidoo veröffentlicht wurde.“

Für Jan-Philipp Büchler zählt dieses Argument allerdings nicht. „Xavier Naidoo hat die Zeilen bislang in keinster Weise eingeordnet – die Chance hätte er gehabt. Zudem ist es nicht das erste Mal, dass Naidoo in dieser Art auffällig wird.“ Auch Karbowiak erinnert an Naidoos offensichtliche Nähe zum sogenannten Reichsbürgertum, die immer wieder für Schlagzeilen sorgte. jasi

(jasi)