Neuss: Bronzediebe auf Hauptfriedhof unterwegs

Marienfiguren in Neuss gestohlen : Bronzefigur auf Hauptfriedhof geklaut

Eine 1,60 Meter hohe Marienfigur konnte sichergestellt werden.

Fachmännisch abmontiert lag die 1,60 Meter hohe Marienfigur aus Bronze zum Abtransport bereit. Der offenbar geplante Diebstahl auf dem Neusser Hauptfriedhof konnte allerdings im letzten Moment verhindert werden, weil einem Gärtner die auf einem Grab abgelegte Figur aufgefallen war. Er rief umgehend die Neusser Steinmetzin Cornelia Pastohr an, die die Figur mithilfe von Kran und Lkw sicherstellte. „Aktuell wird geklärt, wie die Figur wieder angebracht wird“, so die Expertin.

Vor wenigen Tagen kam es allerdings zu einem Diebstahl auf dem Neusser Hauptfriedhof, der nicht verhindert werden konnte. Vom Grab der Eltern von Harald Hau wurde eine 60 Zentimeter hohe Marienfigur – ebenfalls aus Bronze – gestohlen. Von ihr fehlt jede Spur. „Ich bin entsetzt“, sagt der „Nachtsport“-Koordinator. 90 Jahre lang habe die Figur auf dem Grab der Familie gestanden. „Sie hat einen Weltkrieg überlebt, und jetzt wird sie einfach gestohlen“, so Hau.

Auf diesem Gedenkstein stand eine der beiden Bronzefiguren. Foto: Janßen/Simon Janßen

Nach Angaben der Stadt kommen Diebstähle wie diese immer mal wieder vor. „Überwiegend werden Bronzefiguren oder -lampen wegen des Materialwertes entwendet“, sagt Pressereferent Tobias Spange. Generell geschehe dies häufiger in der dunklen Jahreszeit, seltener im Frühling oder Sommer. Um es den Dieben zu erschweren, werden die Tore nach Einbruch der Dunkelheit so verschlossen, dass keine Fahrzeuge mehr auf den Friedhof fahren können. „Bei einer Häufung geben wir einen Hinweis an die Polizei mit der Bitte, den betroffenen Bereich zu bestreifen“, sagt Spange. Grundsätzlich rät die Stadt aufgrund der Problematik davon ab, bei der Grabgestaltung wertvolle Metalle zu verwenden oder diese so zu sichern, dass ein Diebstahl nicht möglich ist. Sollte es zu einem Diebstahl kommen, sollte dieser von den Betroffenen bei der Polizei angezeigt und auch die Friedhofsverwaltung informiert werden.

Ermittlungen auf Friedhöfen
gestalten sich mitunter schwierig

Doch die Ermittlungsarbeit bei Diebstählen auf Friedhöfen gestalten sich mitunter schwierig, wie Polizeisprecherin Diane Drawe mitteilt. Das Problem dabei: In manchen Fällen kann der Tatzeitpunkt nur schwer bestimmt werden. Die Spanne liegt teilweise zwischen einer Woche und einem halben Jahr.

Trotz der beiden jüngsten Fälle ist man in Neuss weit entfernt von Panik, wie Cornelia Pastohr betont: „Im Vergleich zu anderen Friedhöfen kommt es am Neusser Hauptfriedhof seltener zu Diebstählen“, so die Steinmetzin. Als Gründe nennt sie unter anderem die Tatsachen, dass die Anlage abgeschlossen wird und dass viele Passanten dort unterwegs sind. „Auch zum Sporttreiben nutzen viele Leute den Friedhof“, sagt Cornelia Pastohr.