Mobilität in Neuss Breites Bündnis für Sicherheit auf Radwegen

Neuss · Die Beseitigung von Pollern und Schranken auf Radwegen beschäftigte schon mehrfach die Neusser Politik. Ein neuer Landeserlass soll nun neuen Schwung in dieses Thema bringen. So geht es weiter.

 Überflüssigen Umlaufschranken sind die Grünen schon länger auf Spur, weil diese Radfahrer bremsen – wenn nicht gar zum Absteigen zwingen.

Überflüssigen Umlaufschranken sind die Grünen schon länger auf Spur, weil diese Radfahrer bremsen – wenn nicht gar zum Absteigen zwingen.

Foto: Grüne Neuss

(-nau) Poller, Wegsperren und Umlaufgitter sollen auf Radwegen nur noch dort beibehalten werden, wo sie unverzichtbar sind. So will es das Land, das jetzt einen entsprechenden Erlass verabschiedet hat, so will es die CDU, die diesen Erlass zum Anlass nimmt, solche Hindernisse nun beschleunigt aufspüren und abräumen zu lassen. Der Planungsausschuss entschied am Dienstagabend bei nur einer Gegenstimme, so auch zu verfahren, nachdem es zuvor Zank über die Frage gab: Ja, wer hatte denn nun diese gute Idee?

„Wir“, sagt Natalie Goldkamp (CDU), die einen entsprechenden Prüfauftrag aus längst vergangenen schwarz-grünen Koalitionstagen hervorgekramt hat, als sie selbst noch nicht im Rat war. Eingangsstempel im Rathaus: 24. Juni 2019. „Wir“, hieß es aus den Reihen der zerbrochenen Ratskooperation von SPD, Grünen und UWG/Aktiv, die im Februar 2022 ihrerseits unnötigen Hindernissen auf Radwegen den Kampf angesagt hatte. Man einigte sich darauf, dass auf jeden Fall die Grünen eine Urheberschaft für sich reklamieren können, was Grünen-Sprecherin Andrea Wilhaus begeisterte und versöhnlich stimmte: Der Landeserlass sei ein „guter Anlass, sich des Themas noch einmal anzunehmen“, sagte sie zum CDU-Antrag – und stimmte ihm zu.

Die Außendienstler der Stadtverwaltung sind nun aufgefordert, Ausschau nach Pollern und Schranken auf Radwegen zu halten und sie zu entfernen, wenn sich ihr Sinn erübrigt haben sollte. „Sollten einzelne Sperrmaßnahmen weiterhin nötig sein“, heißt es in dem von Axel Stucke erläuterten CDU-Antrag, „sind Alternativmaßnahmen zu prüfen.“ Das können Verkehrszeichen, Markierungen oder bauliche Lösungen sein. Nur wo auch das nicht möglich ist, soll es bei Pollern und Schranken bleiben.

Planungsdezernent Christoph Hölters sagte zu, bereits in der nächsten Sitzung des Gremiums einen ersten Zwischenbericht vorlegen zu können. Denn weil im Zuge der Mobilitätskonzept-Erstellung auch an einem hierarchisch gegliederten Radwegenetz gearbeitet wird, erfolgt derzeit eine Bestandsaufnahme im Netz.

Aber es wird auch schon abgeräumt. „Es hat zwar etwas gedauert, aber nun scheint die Beseitigung einiger Drängelgitter an Fahrt aufgenommen zu haben“, hatte Roland (Kehl) vor kurzem festgehalten, nachdem unter anderem an der Kleingartenanlage Deutsche Scholle zwei Schranken verschwunden waren. Zurück blieb ein einzelner Poller, der Autofahrer ausbremsen soll. Seine Partei hatte einige solche Punkte benannt und nimmt, so Kehl, weitere Hinweise aus der Bürgerschaft an. Er sei sicher, sagt Kehl, „dass die Verwaltung die Beseitigung wohlwollend prüft“.

(-nau)
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