Neuss: Blutiges Beziehungsdrama auf der Furth

: Beziehungsdrama endet tödlich

Frau wurde durch Schüsse getötet. Tatverdächtiger versuchte, sich umzubringen.

Jagdszenen auf der Gladbacher Straße, Schüsse, eine getötete Frau, ein Suizidversuch des mutmaßlichen Täters auf Bahngleisen nur wenige Meter entfernt: Der Schock stand den Menschen aus der Nachbarschaft ob der Geschehnisse am Freitagvormittag ins Gesicht geschrieben. Was war passiert?

Um 10.20 Uhr erreichten die Polizei die ersten Notrufe. Nachbarn gaben vor Ort gegenüber an, drei Schüsse gehört zu haben. Zuvor soll ein junger Mann eine Frau verfolgt haben. In ihrer Panik sei sie in einen Blumenladen gelaufen. Auch dorthin soll der Täter ihr gefolgt sein – und die Schüsse abgegeben haben, ehe er in Richtung der Bahngleise floh.

Die Polizei traf in dem Blumenladen auf eine verletzte, 27 Jahre alte Frau aus Neuss. Wenige Stunden später sollte sie im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen erliegen. Während Polizeibeamte und Rettungskräfte sich am Tatort um sie kümmerten, fahndeten weitere Streifenwagen nach dem flüchtigen Täter.

Bereits kurze Zeit später wurden Polizisten durch Zeugenhinweise auf eine schwer verletzte Person an den Bahngleisen aufmerksam. Offenbar hatte sich der Tatverdächtige, ein 31-Jähriger aus Meerbusch, auf die Gleise gelegt und war von einem Zug überrollt, allerdings nicht getötet worden.

Im Laufe der Ermittlungen am Tatort fand die Polizei in einem Gebüsch eine Schusswaffe, die der Tatverdächtige auf seiner Flucht möglicherweise weggeworfen hatte. „Ob es sich um eine scharfe Schusswaffe handelt, ist Gegenstand der Ermittlungen“, sagte Polizeisprecherin Diane Drawe. Aktuell geht die Polizei von einer Beziehungstat aus.

Nach Angaben von Diane Drawe waren das Opfer und der mutmaßliche Täter in der Vergangenheit ein Paar und hatten sich vor einigen Monaten getrennt. Die genauen Hintergründe der Tat sind allerdings noch unklar. Die Ermittlungen der eingerichteten Mordkommission unter Leitung der Polizei Düsseldorf dauern an.

Thomas Düttchen, stellvertretender Sprecher der RheinCargo GmbH bestätigte, dass es sich bei dem Waggon, der den mutmaßlichen Täter überrollte, um einen der RheinCargo handelt. Dem Fahrer werde psychologische Hilfe angeboten.

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