Neuss: Beleuchtung in der Innenstadt wird weiter ausgebaut

Neusser Innenstadt : Fassaden erstrahlen im Licht

Neuss will historische Gebäude ins rechte Licht rücken. Noch im Oktober werden drei Fassaden angestrahlt. 2020 geht es weiter.

Die Stadt Neuss will ihre historischen Gebäude besser in Szene setzen. Dazu hat der Beirat „Innenstadtstärkungsprogramm“ bereits im Jahr 2016 ein Lichtkonzept der Bremer Landschaftsarchitektin Anke Deeken gebilligt. Nach ersten Maßnahmen – unter anderem am Platz vor der Alten Post für Kosten in Höhe von 38 000 Euro – soll nun die zweite Ausbaustufe „gezündet“ werden. Dafür gab es jetzt grünes Licht vom Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung.

Während noch im Oktober die Beleuchtung der Fassaden vom Haus am Niedertor, der Gewürzmühle Engels sowie der historischen Gaststätte „Em Schwatte Päd“ im Vordergrund stehen, sollen für 2020 das Stadtarchiv, das Haus Rottels, sowie die Apotheke am Schwanneck in Umsetzung gehen. Die Kosten für die Beleuchtungsanlagen werden nach Angaben der Stadt bei 76 000 Euro liegen. Die Finanzierung erfolgt über das Innenstadtstärkungsprogramm.

Doch was ist genau an den einzelnen Stellen in der Innenstadt geplant? Die gelbgetönte Putzfassade des 1778 erbauten Stadtarchivs erhält eine „warmweiße“ Beleuchtung. Straßenseitig wird die Beleuchtung der Fassade über ein sogenanntes City-Element erfolgen, die Seitenbereiche sollen über Fassadenstrahler ausgeleuchtet werden.

Die Beleuchtung der neugotischen Fassade des 1904 erbauten Wohn- und Geschäftshauses an der Krefelder Straße (am Schwanneck) soll durch zwei Elemente von der gegenüberliegenden Straßenseite erfolgen.

Lichteffekte können auf Festivitäten aufmerksam machen

Auch das Haus Rottels, das das Rheinische Schützenmuseum mit dem Joseph-Lange-Schützenarchiv beherbergt, gilt als wichtiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte. Wie an der Krefelder Straße soll das Gebäude zweifach von der gegenüberliegenden Straßenseite angeleuchtet werden. Mit einer Spezial-Dimmung sollen dort zudem die Besonderheiten der Fassade entsprechend hervorgehoben werden.

Einen besonderen Plan hat die Stadt mit den zahlreichen Giebelwänden, die das Bild des Hauptstraßenzuges prägen. In exponierter Lage können sie durch eine entsprechende Betonung nicht nur als wichtige Orientierungspunkte und Stadtmarken in der Nacht dienen, sondern auch als „Werbefläche“. So könnte mit speziellen Lichteffekten auf besondere Festivitäten in der Innenstadt, wie den internationalen Hansetag 2022, hingewiesen werden.

Das Einverständnis der Eigentümer zur Umsetzung der Maßnahmen liegt nach Angaben der Stadt bereits vor. Die Feinjustierung und Ausrichtung der Anlagenteile erfolge in enger Abstimmung. Neben der Schaffung eines „Lichtsignets“ am historischen Gebäude an der Niederstraße 47 bis 49 wird im Jahr 2020 zudem die Beleuchtung am Windmühlenturm, an der Zitadelle und am Obertor ausgetauscht.

Die Stadt Neuss verspricht sich von dem Lichtkonzept nicht nur optische Vorteile. So handele es sich auch um eine „energiesparende“ und „umweltverträgliche“ Stadtbeleuchtung, weil das Beleuchtungsniveau auf das gestalterisch und funktional notwendige Maß begrenzt sei. Die Neusser Stadtverwaltung beruft sich dabei unter anderem auf Studien des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sowie des Naturschutzbundes Deutschland (NABU).

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