Düsseldorfer investieren an der Bockholstraße in Neuss Neuer "Hub" für City-Logistiker

Nordstadt. · Lieferdienste, die die Innenstädte versorgen, haben Düsseldorfer Investoren als Nutzer eines Logistikzentrums im Blick, das sie an der Bockholtstraße planen. Die IHK möchte dieses mit eigenen Ideen verbinden.

 An der Bockholtstraße in der Neusser Nordstadt entsteht ein Logistikschwerpunkt für sogenannte citynahe Lieferdienste mit rund 10 000 Quadratmetern  Hallenfläche. Unsere Grafik zeigt, wie dieser aussehen könnte.

An der Bockholtstraße in der Neusser Nordstadt entsteht ein Logistikschwerpunkt für sogenannte citynahe Lieferdienste mit rund 10 000 Quadratmetern Hallenfläche. Unsere Grafik zeigt, wie dieser aussehen könnte.

Foto: RED Property

Die Stadt leidet unter dem zunehmenden Verkehr der Lieferdienste. Ein Weg, um diesen Druck zu mildern, sollen Logistikzentren an der Peripherie der Innenstadt sein. Auf diese Karte setzt auch die Düsseldorfer RED Property. Das auf Verkauf, Vermietung und Vermittlung von Gewerbeflächen und Immobilen spezialisierte Unternehmen aus der Landeshauptstadt ist sogar so überzeugt davon, dass Logistikflächen in Citynähe einen Abnehmer finden, dass es an der Bockholtstraße auf fast 20 000 Quadratmetern Fläche einen solchen „Hub“ (englisch für Knotenpunkt) baut. Und zwar ohne schon einen Mieter oder Abnehmer zu haben.

Logistikfirmen werden in Neuss nicht unkritisch gesehen. Die Kritik entzündet sich an der Relation von hohem Flächenverbrauch einerseits und der meinst nur geringen Zahl neuer Arbeitsplätze andererseits. Die immer knapper werdenden städtischen Gewerbegrundstücke würden deshalb an reine Logistikunternehmen nicht mehr abgegeben, sagt der städtische Wirtschaftsförderer Andreas Galland. Und er ergänzt: „Auf Privatgrund können wir das nicht so steuern.“

Die IHK Mittlerer Niederrhein bewertet diese Angebotsplanung eines Unternehmens aus einem anderen Blickwinkel. Sie arbeitet an dem Konzept zur Einrichtung eines City-Hub, der von mehreren Lieferdiensten als Anlaufstelle genutzt werden kann. Dort, so das Ziel, sollen bestellte Waren und Pakete – für den Transport auf der letzten Meile zum Empfänger – auf umweltfreundliche und kleinere Fahrzeuge umgeladen werden. Bis hin
zum Lastenrad.

Halle könnte bereits im
Herbst 2021 fertig sein

Um eine Umsetzungsplanung durch Dritte in Auftrag geben zu können, hat die IHK Fördermittel beim Land beantragt. Auf den Bewilligungsbescheid warte man derzeit, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. Für ihn ist bei diesem Projekt – neben einem geeigneten Standort – die Suche nach einem Betreiber die zentrale Frage. Diesen vermutet Steinmetz „im öffentlichen Sektor“. Was den Standort angehe, werde man sich jetzt einmal mit RED Property austauschen, kündigte Steinmetz an. Als Betreiber selbst stehe man nicht zur Verfügung, macht Benedikt Gericke, einer von zwei Geschäftsführern bei RED Property, deutlich. Aber die Düsseldorfer planen ihre 10 000 Quadratmeter große Logistikhalle, die schon im dritten Quartal 2021 fertig sein könnte, so, dass Aufteilungen möglich sind.

Vorrangig habe man bei der Standortanalyse an innerstädtische Lieferdienste wie „PicNic“ oder „Flaschenpost“ als künftige Nutzer gedacht, die von der Bockholtstraße aus auch Düsseldorf auf kurzem Wege erreichen können. Allerdings haben diese genannten Dienste schon eigene Vertriebsstruktur aufgebaut – inklusive
Verteilzentren.

Auch auch ohne feststehenden Nutzer drücken die Düsseldorfer Investoren aufs Tempo. Sie haben eine Bauvoranfrage gestellt und die Zeit, in der sie auf eine Antwort warten, genutzt, um schon einmal die alten Fabrikhallen abzureißen. Läuft alles nach Plan, soll das Objekt, für das RED Propety eine Nachhaltigkeitszertifizierung nach DGNB anstrebt, im Herbst 2021 fertig sein.