Am 27. April vor dem Neusser Rathaus Ein Aktionstag im Zeichen der Inklusion

Neuss · Im Zuge des „Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“ finden in diesem Jahr wieder verschiedene Aktionen vor dem Neusser Rathaus statt. Ein Blick auf das Programm.

Die Verantwortlichen gaben am Dienstag einen Blick auf die Pläne.

Die Verantwortlichen gaben am Dienstag einen Blick auf die Pläne.

Foto: Andreas Woitschützke

(barni) Das Bündnis „Neuss für alle!“ lädt in diesem Jahr wieder zu einem Protest- und Aktionstag auf dem Rathausmarkt ein. Die Veranstaltung findet im Zuge des „Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“ statt. Am 27. April wird es von 11 bis 14 Uhr ein buntes Programm geben. Die Mehrzahl der 14 beteiligten Akteure gehören der Kreisgruppe Neuss des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes an. Mit dabei sein werden unter anderem die Lebenshilfe Neuss, die Inklusionsbeauftragte der Stadt, die Gemeinnützigen Werkstätten Neuss, die Initiative Gemeinsam leben und lernen „Igll“, der Sehbehinderten- und Blindenverein Rhein-Kreis Neuss und einige mehr.

Barbara Shabaz, Geschäftsführerin von „Der Paritätische“ organisiert auch diesmal wieder mit dem Bündnis „Neuss für alle“ den örtlichen Aktionstag. „Menschen mit Behinderungen werden immer noch Grenzen aufgezeigt“, weiß und beklagt Shabaz. Besucherinnen und Besucher ohne Behinderungen können im Rahmen des Aktionstages ungewöhnliche Erfahrungen machen wie diese: Jeder kann beim Rollstuhl-Parcours mitmachen oder seine Lese- und Motorikfähigkeiten mit einschränkender Sehstärke testen. Auf Fahnen und Plakaten werden Menschen mit Einschränkungen auf ihre Situation aufmerksam machen. „Ich habe keine besonderen Wünsche, sondern normale“ oder „Ich bin mehr als ein Mensch mit Behinderung“: Solche und ähnliche Botschaften werden auf den Plakaten zu lesen sein.

Mirjam Lenzen, die Inklusionsbeauftragte im Neusser Rathaus, weiß zweierlei: Erstens, dass es für Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen viele Hilfsangebote gibt. Sie spricht nicht ohne Grund von einem „Zuständigkeitsdschungel“, durch den sie Betroffene lotsen kann.

Dass es Sinn macht, am 27. April als Passant an den Ständen stehen zu bleiben, liegt unter anderem an den Angeboten wie dem Rollstuhl-Parcours, an der „Mucke“ des Jazzorchesters Muckefuck, dem inklusiven Jedermannchor und an einer Theateraufführung des Ensembles „das Haus“. Bäcker Michael Wegel wird eine Torte im XXXL-Format präsentieren, die Schirmherr und Bürgermeister Reiner Breuer anschneiden wird.

Mona Morsch von den Gemeinnützigen Werkstätten machte auf der Pressekonferenz zum Aktionstag deutlich, dass ihre Werkstätten Menschen mit Beeinträchtigungen Teilhabe am Berufsleben bieten. Petra Nöhren vom Sozialverband VdK ist unter anderem für Menschen da, denen beispielsweise eine bestimmte Stufe der Behinderung verweigert wurde.

Der Aktionstag soll Menschen ohne und mit Behinderungen zusammenbringen und über die unterschiedlichsten Angebote informieren. „Es geht auch darum, Vielfalt zu präsentierten“, sagt Annette Knyrim von der Diakonie.

(barni)
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