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Neuss 2025: Die Infrastruktur verändert erhalten

Neuss 2025: Die Infrastruktur verändert erhalten

Bürgermeister erwartet größeres Wohnraumangebot bei gleichbleibender Einwohnerzahl.

Neuss. Weniger, älter, bunter: Die markanten Schlagworte müssen oft als Erklärung für die demografische Entwicklung der kommenden Jahrzehnte herhalten. Die Stadt Neuss reagiert darauf unter anderem mit der Einsetzung einer Enquête-Kommission Demografie, in der Politiker wie Wissenschaftler künftig konkretes Handeln von absehbaren Fakten ableiten sollen. Gegriffenes Datum 2025: Die Bevölkerungszahl, das weisen die Prognosen aus, wird in Neuss in etwa stabil bei 150 000 liegen — allerdings mit anderer Bevölkerungsstruktur.

Wie wird Neuss sich in 13 Jahren entwickelt haben? Bürgermeister Herbert Napp ist sagt: „Ich erwarte keine Spirale nach unten, aber auch nicht einen ’großen Sprung nach vorn’.“ Im Kern gehe es darum, vorhandene Infrastruktur zu erhalten; Veränderungen eingeschlossen. Eine „Notwendigkeitskontrolle“ sei unabdingbar, so Napp.

Schon der Rückblick zeige, wie sich (Nutzungs-) Verhalten verändert, ob bei Angeboten zur Weiterbildung oder dem Freizeitsport. Dass Fußball- oder Leichtathletikanlagen zu schließen seien, mag Napp nicht ausschließen. Gleiches gelte angesichts rückläufiger Schülerzahlen für Schulgebäude. Vor allem: „Es wird spannend, welche Schultypen sich entwickeln werden.“

Für den Bürgermeister ist die Schule der Zukunft eine Einrichtung, die vom Kindergarten über Grundschule und Gesamtschule bis zum Abitur führt. „Ein Schultyp. Ich glaube, dass sich das entwickeln kann.“ Auch das Thema Inklusion werde wichtiger und lasse sich nicht mehr wegdrücken. „Zur Zeit haben wir noch immer ein System der Segregation, das sich diese Gesellschaft nicht leisten kann und nicht leisten muss.“

Zur Stadtentwicklung der Zukunft zählen für den Bürgermeister auch zusätzliche Wohnraumangebote. „Es wird nicht mehr Neusser geben. Aber die Menschen in der Stadt wollen anders wohnen.“ Zum Beispiel in mehr Single-Haushalten, zum Beispiel mit größerem Flächenverbrauch als in den Jahrzehnten zuvor.

Einen massiven Neubau an den Stadträndern sieht Herbert Napp allerdings nicht. „Der Zug wird in die Stadtmitte gehen, ganz sicher.“ Und wenn da die Flächenreserven ausgeschöpft sind? Gibt es noch „mit teils ungenutzten Bürogebäuden zugepflasterte Quarantänestationen“, wie Napp sagt, ohne etwa das Hammfeld explizit zu nennen. Da könne man durchaus über eine Auflösung und Neunutzung durch Wohnbauten nachdenken — „natürlich mit der entsprechenden Infrastruktur einschließlich Serviceeinrichtungen“.