Nach Bluttat in Neuss: Mordverdächtiger ist polizeibekannt

Tödliches Beziehungsdrama in Neuss-Furth : Mordverdächtiger wurde bereits durch Körperverletzung auffällig

Der 31-Jährige soll seine Ex-Freundin erschossen haben.

Noch immer liegt er mit schweren Verletzungen im Justizkrankenhaus und schweigt zu den Vorwürfen. Nun kommt raus: Der Mann, der Ende April auf der Neusser Furth seine Ex-Freundin getötet haben soll, ist kein unbeschriebenes Blatt.

Wie die Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Mittwoch bestätigte, war der 31 Jahre alte Meerbuscher bereits im Jahr 2017 wegen einer Körperverletzung auffällig geworden. Er soll seine damalige Freundin – dabei handelt es sich nicht um das spätere Mordopfer – körperlich angegriffen haben. Auch ein Bekannter der Dame soll dabei verletzt worden sein.

Doch damit nicht genug. Laut Staatsanwaltschaft gab es darüber hinaus im Januar dieses Jahres einen Polizeieinsatz in der Wohnung des mutmaßlichen Mörders. Dabei soll es zu gegenseitigen Körperverletzungen zwischen ihm und Constanze K., dem späteren Mordopfer, gekommen sein. „Zu diesem Zeitpunkt waren beide bereits getrennt“, so der zuständige Staatsanwalt Stefan Peters.

Doppelte anwaltliche Beratung für den Verdächtigen

Im Rahmen der Auseinandersetzung soll der Meerbuscher seine Ex-Freundin gewürgt haben. Um sich zu befreien, soll sie ihn gebissen haben. Die Anzeige gegen Constanze K. war bereits fallen gelassen worden, bevor es zu dem schlimmen Angriff an der Gladbacher Straße kam. Die Anzeige gegen den 31-Jährigen Meerbuscher ist Gegenstand des Ermittlungsverfahrens.

Auch nach diesem Angriff soll der Verdächtige seiner Ex-Freundin, die sich von ihm Monate zuvor getrennt hatte, immer wieder nachgestellt haben, ihr auf der Straße aufgelauert oder Textnachrichten geschickt haben. Für das spätere Opfer wurde es so unangenehm, dass es vom Amtsgericht Neuss ein offizielles Kontaktverbot erwirkte. Das hielt den jungen Mann aber offenbar nicht davon ab, die Neusserin über die Gladbacher Straße zu jagen und in einem Blumenladen, in den sie in ihrer Panik geflohen war, insgesamt viermal auf sie zu schießen. Im Krankenhaus erlag sie später ihren schweren Verletzungen. Der mutmaßliche Mörder legte sich Minuten nach der Tat auf nahegelegene Gleise und wurde von einem Zug überrollt und schwer verletzt. Ein Rettungshubschrauber flog ihn in eine Klinik. Nach Angaben der Staatsanwalt wird der Meerbuscher doppelt anwaltlich beraten – von einem Pflichtverteidiger und einem weiteren Juristen. Wie lange die Ermittlungen der 16-köpfigen Mordkommission mit dem Namen „Gladbacher“ noch andauern, bis es zu einer Anklage kommt, ist noch offen. Gegenstand der Ermittlungen ist unter anderem, wie der Verdächtige an die Schusswaffe kommen konnte. Unmittelbar nach der Tat war eine Pistole in einem Gebüsch nahe der Bahngleise gefunden worden. Ob es sich dabei allerdings um die Tatwaffe handelt, muss ebenfalls noch ermittelt werden. Nach Angaben der Polizei bleibt der Verdächtige vorerst im Krankenhaus und wird irgendwann in eine Justizvollzugsanstalt verlegt.

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