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„Mindestens ins Halbfinale“

„Mindestens ins Halbfinale“

Neusser Experten haben ihre Meinung. Die ist nicht immer ganz ernst gemeint.

Neuss. Noch zwei Tage: Dann rollt der Ball. Die Spannung steigt, und immer neue Fußball-Experten werden um Auskunft gebeten. So auch von der WZ in Neuss.

Spätestens mit seinem Kabarett-Programm "Doppelpass - kabarettistisches Fantraining" hat sich der Neusser Kabarettist Martin Maier-Bode als Fußball-Experte geoutet. Wenn er an die WM-Auftaktpartie des deutschen Teams am Sonntag gegen Australien denkt, versteht er jedoch keinen Spaß. Da wird er ganz ernst: "Das erste Spiel wird entscheidend für unsere junge Mannschaft." Denn: "Bei einem erfolgreichen Auftakt ist für unsere Jungs alles möglich."

Und wenn nicht? "Dann könnte der neue Super-Airbus die 23 Herren in weißen Trikots schon nach der Vorrunde wieder mit nach Deutschland zurücknehmen." Als WM-Favorit, meint er, bleibe eigentlich nur Brasilien, und fügt an: "Italien wurde 2006 bei uns Weltmeister, einen weiteren Titel dürfen wir gar nicht zulassen."

Und Argentinien? "Die haben mit Maradona ja praktisch einen unbesetzten Trainerposten." Holland vielleicht? "Das Team darf man in Deutschland doch vom Grundgesetz her gar nicht auf der Rechnung haben."

Das sieht Klaus Ehren, Geschäftsführer der TG Neuss, ganz anders: "Holland wird zum ersten Mal Weltmeister. Wir schaffen’s ins Viertelfinale."

Auch Bettina Jahnke, Intendantin des Rheinischen Landestheaters, sieht das Nachbarland in Südafrika ganz vorn. Allerdings fußt diese Annahme nicht nur auf sportlichen Gründen. Voller Überzeugung sagt sie: "Die spielen toll und sehen auch noch gut aus. Die kann doch keiner schlagen."

Jogis Jungs vielleicht? "Die haben auch gute Chancen, aber das wäre langweilig. Wir haben doch schon alle Titel geholt und hatten 2006 sogar ein eigenes Sommermärchen." Daher drückt Jahnke bei der WM, die sie zu Hause oder gemeinsam mit den Kollegen im Landestheater verfolgen wird, den afrikanischen Teams die Daumen: "Ein Weltmeister aus Afrika wäre doch mal eine schöne Abwechslung."

Das findet auch Peter Rebig von der Neuss Marketing, früher beim SID (Sportinformationsdienst). Er glaubt fest daran, dass am Abend des 11.Juli zum ersten Mal ein afrikanisches Team den WM-Pokal in den Himmel strecken wird.

"Darauf habe ich mit Freunden sogar gewettet", verrät Rebig, der Deutschland das Überstehen der Gruppenphase zutraut. "Wie weit es dann geht, wird man sehen." Sein bevorzugter Schauplatz der WM-Spiele ist das Public Viewing an der Rennbahn.

Ob Friedhelm Funkel, Neusser und Trainer von Fußball-Zweitligist VfLBochum, sich auch einmal dort blicken lassen wird, will er nicht verraten: "Ich werde spontan entscheiden, wo ich mir die Spiele anschaue." Der deutschen Elf traut Funkel einiges zu: "Die junge Mannschaft ist sehr talentiert und kommt mindestens ins Halbfinale, realistische Titelchancen hat sie auch." Klarer Favorit ist für ihn allerdings Europameister Spanien.

Das sieht ein weiterer Neusser Fußball-Experte genauso: Dr. Gebhard Schmid, Ärztlicher Direktor am Etienne-Krankenhauses, traut der Löw-Mannschaft ebenfalls viel zu, favorisiert aber die Iberer: "Das junge und hungrige DFB-Team wird unterschätzt und kommt bis ins Finale. Dort wird es gegen Spanien verlieren."

Für Schmid, der einige Spiele mit seinen Kollegen in der Cafeteria des Krankenhauses anschauen wird, ist auch der Ausfall von DFB-Kapitän Michael Ballack kein Problem. Im Gegenteil: "Das könnte sogar ein Vorteil sein. Seine Spezialität sind doch sowieso eher Vize-Titel."